Die Saarbahn steht an einer Haltestelle (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Verärgerung über höhere Saarbahn-Trassengebühr

  08.01.2021 | 16:58 Uhr

Frankreich hat rückwirkend für 2019 und 2020 die Trassengebühren für das Schienennetz deutlich erhöht. Die Stadtoberhäupter von Saarbrücken und Saareguemines appellieren an die französische Regierung, mit der Erhöhung nicht den grenzüberschreitenden Betrieb der Saarbahn zu gefährden. Sie nehmen auch die Bundesregierung in die Pflicht.

Seit über zwanzig Jahren fährt die Saarbahn zwischen Saarbrücken und Sarreguemines und nutzt dabei 800 Meter der französischen Eisenbahntrasse. Für diese Strecke fallen Streckenentgelte bei Frankreichs staatlicher Eisenbahngesellschaft SNCF an. Die letzte Vereinbarung über die Streckenentgelte wurde 2017 unterzeichnet. Sie bedeutete nach Auskunft der Landeshauptstadt Saarbrücken eine Vertragsverlängerung "zu gleichen Konditionen", mit einer jährlichen Anpassung des Betrages anhand der Teuerungsrate.

Für das Jahr 2018 habe die Saarbahn einen Betrag von rund 92.000 Euro für die Nutzung der Strecke gezahlt. Der jetzt rückwirkend für 2019 vorgesehene Betrag liege bei rund 168.000 Euro. Die Landeshauptstadt Saarbrücken spricht von einer "enormen Erhöhung der Gebühren ohne vorherige Information".

Bilaterale Gespräche gefordert

Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt und Marc Zingraff, Bürgermeister der Stadt Sarreguemines, appellieren gemeinsam an die französische und deutsche Regierung, zum einen die grenzüberschreitende Verbindung nicht durch die Erhöhung der Trassengebühren zu gefährden und die bestehende Vereinbarung unverändert fortzuführen, zum anderen im Rahmen eines bilateralen Abkommens eine Übereinkunft über eine Entbürokratisierung zu erzielen.

Ziel sollte es nach Auskunft der Landeshauptstadt Saarbrücken sein, die Anforderungen des jeweils anderen Landes in einer schmalen Zone entlang der Grenze dauerhaft gegenseitig anzuerkennen und damit einen stabilen, grenzenlosen Nahverkehr zu garantieren.

"In einer europäisch geprägten Region, in der die Menschen in einem gemeinsamen grenzüberschreitenden Siedlungsraum leben, sie in der Arbeitswelt und in der Freizeit keine Grenzen kennen, ist ein funktionierender grenzüberschreitender ÖPNV auch per Tram-train essentiell notwendig", sagt Oberbürgermeister Conradt.

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