Eine Hand mit Geldscheinen (Foto: picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa)

Weiter Anträge auf Coronahilfen möglich

Anne Staut / mit Informationen von Yvonne Schleinhege   01.12.2021 | 14:28 Uhr

Unternehmen und Selbstständige können weiter Coronahilfen beantragen. Darauf hat das Wirtschaftsministerium hingewiesen. Das gilt auch für Veranstalter und Künstler, die ihre Veranstaltungen aufgrund der aktuellen Lage absagen, obwohl sie rechtlich weiter erlaubt sind.

Angesichts der aktuellen Coronalage werden im Saarland derzeit immer mehr Veranstaltungen wie etwa Konzerte abgesagt, obwohl diese nach der aktuellen Rechtsverordnung noch stattfinden dürften.

Umsatzrückgang Voraussetzung für Coronahilfen

Auch wenn die Veranstalter nicht verpflichtet sind, ihre Events abzusagen, können sie trotzdem Überbrückungs- und Neustarthilfen beantragen. Diese seien unabhängig von behördlichen Verboten oder Beschränkungen, teilte das Wirtschaftsministerium auf SR-Anfrage mit.

Weiter Anträge auf Coronahilfen möglich
Audio [SR 3, (c) Yvonne Schleinhege, 01.12.2021, Länge: 00:32 Min.]
Weiter Anträge auf Coronahilfen möglich

Voraussetzung sei ein coronabedingter Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vergleichszeitraum. Hierfür gilt in der Regel der jeweilige Vergleichsmonat aus dem Jahr 2019.

Auch die Neustarthilfe für Selbstständige wurde verlängert. So können nach Ministeriumsangaben Soloselbstständige bis März 2022 weiterhin pro Monat bis zu 1500 Euro an direkten Zuschüssen, also insgesamt 4500 Euro, erhalten.

Dehoga fordert Aufstockung von Kurzarbeitergeld

Beim Einzelhandelsverband Saarland geht man davon aus, dass nun auch Einzelhändler wieder Anträge auf Überbrückungshilfen stellen müssten. Die Reserven der Unternehmen seien aufgebraucht, so Geschäftsführer Fabian Schulz. Zudem fordert der Handelsverband, dass die Insolvenzantragspflicht erneut ausgesetzt wird.

Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands, Frank Hohrath, weist darauf hin, dass den Beschäftigen im Falle erneuter Kurzarbeit drohe, wieder mit 60 Prozent ihres Gehaltes abgespeist zu werden. Daher müsse zügig dafür sorgen, dass die Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 70 oder 80 Prozent verlängert werden.

Bisher 544 Millionen Euro für Saar-Unternehmen

Im Saarland wurden an die Unternehmen bisher 544 Millionen Euro an Coronahilfen ausgezahlt. Laut dem saarländischen Wirtschaftsministerium sind dafür bisher 50.000 Anträge bearbeitet worden.

Die Bundesregierung hatte die Überbrückungshilfen vergangene Woche bis zum März verlängert. Zuvor waren sie bis zum Jahresende 2021 befristet gewesen. Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatten sich im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen für eine Verlängerung ausgesprochen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.12.2021 berichtet.

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