Symbolbild: Illustration von Corona-Viren auf einer Saarlandkarte, Hintergrund: Laborsituation (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Corona-Übertragung derzeit überwiegend im privaten Umfeld

Thomas Braun   09.10.2020 | 14:37 Uhr

Trotz der häufigen Meldungen von einzelnen Coronafällen an Schulen: Beim Infektionsgeschehen im Saarland spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle. Die Virusübertragung findet derzeit offenbar überwiegend im privaten Umfeld statt.

Fast täglich gab es in den vergangenen Wochen Meldungen von Coronafällen an Schulen - jedes Mal mit weitreichenden Konsequenzen. Pro Fall mussten dutzende Kontaktpersonen in Quarantäne, insgesamt mehrere Hundert Schüler und Lehrer sind oder waren betroffen. Bei der Gesamtzahl der neuen Coronainfektionen im Saarland spielen diese "Schul-Fälle" bislang aber offenbar nur eine geringe Rolle, wie eine Abfrage des SR bei den Kreisbehörden für den Zeitraum vom 21. September bis 4. Oktober zeigt.

16 Prozent der Coronafälle betreffen Schulen

Von 207 Neuinfektionen, die in diesem Zeitraum gemeldet wurden, betrafen 34 das schulische Umfeld - also rund 16 Prozent. Angesteckt hatten sich die Betroffenen meistens im privaten Umfeld. Sieben Fälle gelten als Folgeinfektionen nach einem Coronafall an einer Schule - fünf davon betreffen einen Ausbruch an zwei kooperierenden Saarbrücker Gymnasien.

In Kitas gab es in dem betroffenen Zeitraum nur einen Fall. Zwar gab es beispielsweise im Regionalverband vereinzelt weitere infizierte Kleinkinder, die waren zum Zeitpunkt des positiven Testergebnisses aber schon als Kontaktpersonen in Quarantäne.

Der Anteil der Reiserückkehrern an den positiven Sars-CoV-2-Fällen ist nach einem zeitweiligen Anstieg im Sommer wieder gesunken. Die Gesundheitsämter sprechen von Einzelfällen - lediglich im Regionalverband ist der Anteil mit etwa 18 Prozent noch etwas höher.

Ansteckung wohl überwiegend im privaten Umfeld

Ansteckungen im beruflichen Umfeld sind - bis auf wenige Ausnahmen - aktuell kaum bekannt. Die Ämter gehen davon aus, dass der Großteil der Virusübertragungen derzeit im privaten Umfeld stattfindet. Allerdings können sie längst nicht in jedem Fall nachvollziehen, wo sich die Betroffenen infiziert haben. Im Regionalverband etwa ist bei fast jedem dritten der 55 Fälle im abgefragten Zeitraum der Infektionsweg unklar, im Kreis St. Wendel sogar bei fast jedem zweiten.

Die Recherche stellt eine Momentaufnahme der Situation im Saarland für den Zeitraum Ende September/Anfang Oktober dar. Seither sind die Zahlen weiter gestiegen, die künftige Entwicklung ist aktuell nicht absehbar. Wie aber das Beispiel mit den Reiserückkehrern zeigt, können sich die Hauptansteckungswege innerhalb weniger Wochen verschieben.

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