Schild der Rudi-Kappés-Stiftung (Foto: SR)

Ex-Stiftungsvorstand wegen Untreue angeklagt

Thomas Gerber   20.11.2020 | 17:41 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den früheren Baumarktmanager und Vorstand der Rudi Kappés-Stiftung Michael Arnold und dessen Gattin Stephanie erhoben. Dem Paar wird gewerbsmäßige Untreue in 50 Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem SR einen entsprechenden Bericht der "Saarbrücker Zeitung".

Michael Arnold soll zusammen mit seiner Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Vorstandsmitglied knapp 60.000 Euro aus dem Vermögen der Rudi Kappés-Stiftung für eigene Zwecke abgezweigt haben.

Die Unregelmäßigkeiten waren dem renommierten St. Ingberter Insolvenzanwalt und Arnold-Freund Franz Abel aufgefallen. Zwei Jahre hatte Arnold keine Bilanzen mehr vorgelegt, stattdessen fehlten rund 115.000 Euro in der Stiftungskasse. Rund 40.000 Euro davon konnte Abel inzwischen wieder eintreiben. Auch den Rest der veruntreuten Summe will er wieder der Stiftungskasse zuführen. Ob bei den Arnolds noch viel zu holen ist, ist allerdings offen.

Arnold schweigt zu Vorwürfen

Als die Vorwürfe vor gut einem Jahr bekannt geworden waren, sorgte dies für allgemeines Kopfschütteln. Über Jahre soll der Ex-Manager gemeinsam mit seiner Gattin mit Hilfe der Kreditkarte das Konto der nach dem tödlich verunglückten Fußballtrainer Rudi Kappés benannten Stiftung geplündert haben - im Stile eines Kleinkriminellen, über Barabhebungen. Außerdem sollen die Arnolds private Restaurantbesuche mit der Kreditkarte der Stiftung bezahlt haben.

Was den ehemaligen Praktikermanager, der mit einer hohen Abfindung aus dem Baumarktgeschehen ausgestiegen sein soll, zu den Taten getrieben hat, ist unklar und soll nun in einem Prozess vor dem Landgericht geklärt werden. Zu den Vorwürfen hat er sich laut Staatsanwaltschaft bislang ausgeschwiegen.

Das Innenministerium erklärte auf SR-Anfrage, die Forderungen der Stiftung aus den Verhaltensweisen der Eheleute Arnold seien alle tituliert, d.h. sofort vollstreckbar. Die Stiftung und Rechtsanwalt Abel seien weiterhin bemüht, aus diesen Titeln zu vollstrecken. Die Stiftungsbehörde lasse sich regelmäßig über den Fortgang der Maßnahmen berichten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.11.2020 berichtet.

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