Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Rausch soll Mandantengelder veruntreut haben

Thomas Gerber   20.10.2021 | 16:11 Uhr

Der ehemalige SPD-Fraktionschef im Mettlacher Gemeinderat, Rausch, soll als Rechtsanwalt 60.000 Euro veruntreut haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem SR, dass sie jetzt Anklage erhoben hat.

Wie die Staatsanwaltschaft dem SR mitteilte, wird dem ehemaligen SPD-Fraktionschef im Mettlacher Gemeinderat, Markus Rausch, die Veruntreuung von Mandantengeldern vorgeworfen.

Rausch habe im Jahr 2016 von einem Mandanten 60.000 Euro erhalten. Das Geld soll er dann aber entgegen der Absprache nicht an eine Gläubigerin des Mandanten weitergeleitet, sondern für eigene Zwecke abgezweigt haben.

Der Vorgang sei aufgefallen, nachdem Rausch ohne entsprechenden Auftrag des Mandanten einen Prozess gegen die Gläubigerin angestrengt und dabei deren Forderung nicht anerkannt habe. Diesen Prozess habe er verloren.

Rausch beantragt Nichtzulassung der Klage

Bei der Vollstreckung der Summe sei der Sachverhalt dann im vergangenen Jahr offenkundig geworden, da der Mandant die geforderten 60.000 Euro bereits 2016 an Rausch überwiesen hatte und er nicht erneut zahlen wollte.

Im Ermittlungsverfahren hatte sich Rausch nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Gegenüber dem SR erklärte er inzwischen, dass er im kompletten Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft bislang noch nicht gehört worden sei. Die gegen ihn gerichteten Vorwürfe träfen nicht zu. Er habe deshalb beim Amtsgericht Saarlouis beantragt, die Anklage nicht zuzulassen. 

Rausch bereits wegen Bestechung verurteilt

Rausch war 2017 im Rahmen der Affäre um das Saarhölzbacher Flüchtlingsheim "Auf Kappelt" wegen Bestechung zu einer Bewährungsstrafe von 13 Monaten verurteilt worden.

Im Zuge dieser Affäre war der damalige Mettlacher SPD-Bürgermeister Carsten Wiemann zurückgetreten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.10.2021 berichtet.

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