Ein Banner des Haus Afrika  (Foto: SR)

Anfeindungen gegen Verein "Haus Afrika"

Carl Rolshoven / Onlinefassung: Thomas Braun   12.08.2020 | 11:35 Uhr

Ist es Rassismus oder ein Nachbarschaftsstreit, der völlig aus dem Ruder läuft? Der Saarbrücker Verein „Haus Afrika“ sieht sich Anfeindungen ausgesetzt. Nach mehreren Angriffen auf den Sitz des Vereins hat der Geschäftsführer Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet.

Anfeindungen gegen Verein "Haus Afrika"
Audio [SR 3, Carl Rolshoven, 12.08.2020, Länge: 02:45 Min.]
Anfeindungen gegen Verein "Haus Afrika"

Ein anonymer Brief hatte letztlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Der hatte in den letzten Tagen in zwei angrenzenden Mietshäusern die Runde gemacht. Der unbekannte Verfasser beklagt sich in dem Schreiben über zunehmende Ruhestörungen, seit der Verein im vergangenen September in die Großherzog-Friedrich-Straße in Saarbrücken gezogen ist.

Außerdem ruft der Unbekannte dazu auf, sofort die Polizei zu rufen und eine Ordnungswidrigkeit anzuzeigen, sollten sich auch andere Nachbarn gestört fühlen.

Eierwürfe, Einbruchsversuch und Drohanrufe

Einen einfachen Nachbarschaftsstreit sieht der Verein „Haus Afrika“ darin nicht. Auch, weil Unbekannte immer wieder Eier auf die Terrasse des "Haus Afrika" geworfen hätten, vergangene Woche Einbrecher versucht hätten, in ein Fenster einzusteigen und immer wieder Drohanrufe eingingen.

Staatschutz und Staatsanwaltschaft haben den anonymen Brief inzwischen ausgewertet. Dabei konnte kein strafrechtlich relevanter Inhalt festgestellt werden, sodass der Tatbestand der Volksverhetzung nicht gegeben sei, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Verein hatte nach dem Tod des US-Amerikaner Georg Floyd mehrere Black-Lives-Matter-Demos und Protestaktionen im Saarland organisiert.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 12.08.2020.

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