Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums zieht mit einer Kanüle den Impfstoff aus einer Glasampulle auf. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter)

Weiter enorme Nachfrage nach Impfterminen

Nelly Theobald   05.01.2021 | 12:58 Uhr

Wer einen Corona-Impftermin im Saarland ergattern will, muss bislang Glück haben. Zahlreiche Beschwerden über das Verfahren erreichen den SR seit Montag - obwohl bereits deutlich mehr Termine vergeben wurden als geplant.

Nach der Ankündigung der Landesregierung, am Montag neue Impftermine freizuschalten, haben Zehntausende Saarländerinnen und Saarländer versucht, einen Impftermin per Hotline oder über die Webseite impfen.saarland.de zu buchen. Das geht aus Zahlen der Saarländischen Staatskanzlei hervor. Trotz aller Probleme wurden laut Landesregierung wegen der vielen Anfragen weit mehr Termine freigeschaltet als angekündigt.

Allein am Montag seien 1,8 Millionen Anfragen für einen Impftermin gegen Covid-19 auf dem Online-Buchungsportal der Landesregierung eingegangen. Es habe 1300 Anfragen pro Minute gegeben, mit je einer Spitze morgens um 8.00 Uhr und einer um 14.00 Uhr.

15.000 Anrufer bei der Hotline

In der Hoffnung auf einen Termin hätten offenbar viele Menschen mehrfach eine Terminanfrage gestellt. Die Landesregierung hatte zuvor angekündigt, Termine über den Tag verteilt freizuschalten. Bei der Hotline hätten am Montag 15.000 Menschen angerufen.

Die Landesregierung hatte angekündigt, in dieser Woche täglich 180 Termine freizuschalten. Allein am Montag seien jetzt aber bereits 1264 Termine vergeben worden.

Für das Impfzentrum in Neunkirchen wurden 237 über das Buchungsportal vergeben und 61 über die Hotline, für das Saarbrücker Impfzentrum 564 online und 112 am Telefon und für das Impfzentrum in Saarlouis wurden im Internet 227 Termine vergeben, über die Hotline 63.

8700 Termine im Januar

Bis Ende Januar gibt es insgesamt 8700 neue Impftermine. Es werden also weiterhin impfberechtigte Saarländerinnen und Saarländer leer ausgehen. Den Saarländischen Rundfunk erreichten Mails und Anrufe von frustrierten Impfberechtigten und deren Angehörigen. Die Terminvergabe gleiche einer Lotterie.

Am Montagabend kündigte Ministerpräsident Tobias Hans schließlich eine Warteliste an, um das System gerechter zu machen. Sie soll bis kommenden Montag funktionieren. Über die Hotline könne man sich für diese anmelden und erhalte dann einen Termin zugeteilt.

Bis dieser vergeben werden kann, können wegen der geringen Impfstoffmengen aber auch mehrere Wochen vergehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.01.2021 berichtet.

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