Ein Mann mit Handschellen (Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa)

Kriminologische Analyse für Saarbrücken geplant

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   26.05.2020 | 07:39 Uhr

Als Reaktion auf die vergleichsweise hohen Kriminalitätszahlen in Saarbrücken will das saarländische Innenministerium eine sicherheitspolitische und kriminologische Regionalanalyse erstellen. Daraus könnten dann „zielgenaue“ Maßnahmen zur Bekämpfung der Kriminalität abgeleitet werden.

Anlass für dieses Vorgehen sind jüngst bekannt gewordene Zahlen des Bundeskriminalamtes. In einem Vergleich der 81 bundesdeutschen Großstädte liegt Saarbrücken demnach bei der Zahl der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner hinter Frankfurt, Berlin und Hannover auf Platz 4. In einigen Deliktbereichen nimmt Saarbrücken bei dieser „Häufigkeitszahl“ gar den Spitzenplatz ein – unter anderem bei Ladendiebstahl und Körperverletzung.

Sonderrolle in der Großregion

Zur Erklärung verweist das Ministerium unter anderem auf die Sonderrolle Saarbrückens in der Großregion. Die hohe Zahl von Gastronomiebetrieben, Spielotheken, Bordellen und Shisha-Bars locke auch zahlreiche Besucher aus Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz an. Fast 40 Prozent der begangenen Straftaten seien von Personen verübt worden, die nicht in Saarbrücken wohnten.

Darüber hinaus verweist das Ministerium auf verstärkte Kontrollen durch die Polizei. Dadurch seien Straftaten entdeckt worden, die möglicherweise sonst nicht zur Anzeige gebracht worden wären. Dies gelte beispielsweise für die Bereiche „Drogen- und Straßenkriminalität“, bei denen es zuletzt einen Anstieg um jeweils gut zehn Prozent gegeben habe. Dies sei vermutlich auch auf den Einsatz der neuen Aufklärungseinheit FASt (Fahndungs- und Aufklärungseinheit Straßenkriminalität) zurückzuführen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.05.2020 berichtet.

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