Neues Amazon-Verteilzentrum in Völklingen (Foto: SR/Stephan Deppen)

Amazon schafft in Völklingen mehr Jobs als erwartet

Karin Mayer   23.02.2021 | 14:11 Uhr

Im Amazon Verteilzentrum in Völklingen sind innerhalb kurzer Zeit 200 Jobs entstanden - fast doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Das Paketaufkommen und damit der Personalbedarf seien coronabedingt deutlich höher als erwartet, bestätigte ein Amazon-Sprecher dem SR. Die Leiharbeitsquote bleibt aber hoch, was auf Kritik stößt.

Bisher sind in Völklingen 75 Prozent der Beschäftigten als Leiharbeitnehmer im Einsatz. Im Laufe des Jahres will das Verteilzentrum nun eine Kernbelegschaft von 80 bis 100 Beschäftigten aufbauen.

Mehr feste Jobs geplant

Das Ziel sind laut Amazon 70 bis 90 Prozent feste Jobs, Basis für diese Berechnung ist die ursprüngliche Personalzahl von 110 Mitarbeitern. Nach Unternehmensangaben sollen die Festanstellungen im Laufe des Jahres stattfinden. Hauptsächlich sortieren die Mitarbeiter im Verteilzentrum Pakete.

Amazon Völklingen: Fast doppelt so viele Jobs als ursrünglich geplant
Audio [SR 3, Karin Mayer, 23.02.2021, Länge: 00:52 Min.]
Amazon Völklingen: Fast doppelt so viele Jobs als ursrünglich geplant

Ein Amazon-Sprecher hatte dem SR mitgeteilt, dass das Paketaufkommen und der Personalbedarf derzeit höher als geplant ausfalle. Ob dauerhaft 200 Beschäftigte im Verteilzentrum gebraucht werden, hänge vom Paketaufkommen ab.

Das Amazon-Verteilzentrum hat Ende 2020 die Arbeit aufgenommen. Neue Arbeitsplätze sind auch bei Dienstleistern entstanden, die im Auftrag von Amazon Pakete ausliefern.

Neue Jobs für Paketzusteller der Post

Auch bei der Deutschen Post/DHL sind im vergangenen Jahr neue Arbeitsplätze entstanden. Das Unternehmen hat in der Region rund 100 neue Jobs geschaffen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben eines Postsprechers im Saarland 19 Millionen Pakete verschickt. Drei Millionen mehr als im Vorjahr.

Kritik an Leiharbeiterquote

Kritik an der aktuellen Situation im Verteilzentrum in Völklingen gibt es von der Gewerkschaft Verdi. 75 Prozent Leiharbeit in der Belegschaft sei keine gesunde Basis für einen Betrieb, sagte Tanja Lauer von Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland. Bundesweit sei die Leiharbeitsquote in den Verteilzentren hoch. Sie fordert das Unternehmen auf, Beschäftigte einzustellen und ordnungsgemäß einen Betriebsrat wählen zu lassen. Auch die Arbeitsbedingungen der rund 100 Fahrerinnen und Fahrer sei unklar.

Marc Speicher, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag sagte dem SR, in Anbetracht der Machtkonzentration bei den Digitalunternehmen müsse das Gemeinwesen wieder für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Das bedeute, die Leiharbeitsquote müsse runter. Die Öffentlichkeit müsse weiter wachsam sein.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.02.2021 berichtet.

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