Amazon-Logo (Foto: picture alliance/Holger Hollemann/dpa)

Amazon plant Logistikzentrum bei Metz

Axel Wagner   25.02.2019 | 17:53 Uhr

Der Internetriese Amazon plant in Augny bei Metz ein großes, europäisches Logistikzentrum. Nach Angaben des „Républicain Lorrain“ sollen insgesamt rund 177.000 Quadratmeter Lagerfläche entstehen, dazu noch einmal knapp 8.300 Quadratmeter Büros. Rund 3000 Arbeitsplätze sollen bis 2020 entstehen. Doch es gibt auch Widerstand.

Das Zentrum soll auf dem Frescaty-Plateau entstehen. Amazon hat dazu die Immobiliengruppe Argan beauftragt. Eine Bürgerinitiative, die Riverains du plateau de Frescaty, wehrt sich dagegen. Xaviéra Frisch, ein Mitglied der Initiative, fordert vom Gemeindeverband Metz Métropole die Aufhebung der Baugenehmigung. Sie ist der Ansicht, dass die Anwohner trotz Aufklärungskampagnen und Infoveranstaltungen nicht ausreichend über den Umfang des Projekts informiert worden sind. Außerdem seien die Untersuchungen über die Folgen für das Areal und die Umgebung ungenau und vom Investor bezahlt.

„Dorf komplett entstellt“

Widerstand gegen Amazonansiedlung trotz hoher Arbeitslosigkeit
Audio [SR 3, (c) Dorothee Scharner, 27.02.2019, Länge: 03:21 Min.]
Widerstand gegen Amazonansiedlung trotz hoher Arbeitslosigkeit

Frisch kündigt außerdem an, rechtlich gegen das geplante Logistikzentrum vorgehen zu wollen. Sie fürchtet vor allem mehr Verkehr und Umweltverschmutzung, sieht aber auch das Zentrum selbst aus ideologischen Gründen kritisch. „Neben der Tatsache, dass das Dorf komplett entstellt und abgewertet wird, verspricht Amazon unterbezahlte, automatisierte Arbeitsplätze“, sagte sie dem „Républicain Lorrain“. „Wir würden französische Unternehmen aus der Moselle und Lothringen bevorzugen. Warum soll man hier einen internationalen Riesen hinpflanzen, der in Frankreich nicht einmal seine Steuern zahlt?“

Der Bürgermeister von Augny, François Henrion, sieht in dem Projekt eine Aufwertung. Man habe alle Elemente sorgsam abgewogen und dürfe auch nicht vergessen, dass es dort zuvor einen Militärflugplatz gegeben habe. Die Neuansiedlung sei im öffentlichen Interesse und schaffe Arbeitsplätze. „Wir haben die richtigen Entscheidungen für die Zukunft unseres Dorfes, der Metropole und für unser gesamtes Gebiet getroffen.“

Der Gemeindeverband hat zwei Monate Zeit, um auf den Widerspruch Frischs zu antworten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.02.2019 berichtet.

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