Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (Foto: picture alliance / Sven Simon)

Altmaier will sich für die Stahlindustrie einsetzen

Mit Informationen von Karin Mayer   05.10.2019 | 20:16 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will sich dafür einsetzen, dass die Stahlindustrie beim Umbau auf CO2-reduzierte Produktion Unterstützung aus Berlin und Brüssel erhält. Das hat Altmaier nach einem Treffen mit IG Metall-Vertretern und Stahl-Betriebsratsvorsitzenden in Dillingen zugesagt.

Nach Informationen der IG Metall waren sich Betriebsräte, Gewerkschaft und Bundeswirtschaftsminister darüber einig, dass die Stahlindustrie systemrelevant ist und erhalten bleiben muss. Altmaier kündigte an, gemeinsam mit den Stahl-Vorstandsvorsitzenden ein Positionspapier zur Zukunftssicherung der Stahlindustrie auszuarbeiten.

Er werde auch prüfen, inwieweit Forschung- und Fördermöglichkeiten für eine CO2-freie Stahlerzeugung durch die EU möglich seien. In dieser Frage werde er auch mit dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zusammenarbeiten. Ziel sei es, die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie zu erhalten, und die Industrie wettbewerbsfähig, so die Information der IG Metall Völklingen.  

Stahlindustrie für die Zukunft fit machen

"Jetzt kommt es darauf an, die Stahlindustrie fit zu machen für die nächsten zehn, 20 Jahre", sagte Altmaier am Samstag im SR Fernsehen nach dem Treffen. Es gehe darum, Koks langfristig durch Erdgas und dann durch sauberen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom zu ersetzen. "Der Standort Saarland kann nur überleben, wenn es in Deutschland und Europa weiterhin eine leistungsfähige Stahlindustrie gibt. Alleine sind wir zu klein dafür."

Bundeswirtschaftsminister Altmaier zur Stahlindustrie (05.10.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.10.2019, Länge: 03:47 Min.]
Bundeswirtschaftsminister Altmaier zur Stahlindustrie (05.10.2019)

Für die Umstellung aller Hochöfen rechnet der Bundewirtschaftsminister mit Kosten von schätzungsweise drei bis fünf Milliarden Euro. "Das kann man europäisch machen und beantragen, wenn man damit dem Umweltschutz dient oder eine technologische Innovation macht. Allerdings brauche ich dafür auch den Bundesfinanzminister Olaf Scholz." Gespräche mit ihm hätten bereits mehrfach stattgefunden, eine Zusage stehe allerdings noch aus, so Altmaier im SR-Interview.

1500 Stellen sollen abgebaut werden

Anlass für das Treffen in Dillingen war der angekündigte Stellenabbau bei Dillinger und Saarstahl. Steigende Billigimporte, hohe Energiekosten und schwächere Autokonjunktur belasten derzeit die gesamte Stahlbranche. In der vergangenen Woche hatte die Stahl-Holding-Saar (SHS), zu der unter anderen Saarstahl, Saar Stahlbau und die Dillinger Hütte gehören bekanntgegeben, in den kommenden Jahren 1500 Stellen abbauen und 1000 Arbeitsplätze auslagern zu wollen. Die Betriebsräte fordern, dass die Stahlindustrie sozialverträglich umgebaut wird, hin zu einer CO2-freien Produktion.

Auch Maas sagt Unterstützung zu

Am Freitag war bereits Bundesaußenminister Heiko Maas in die Heimat gereist war, um mit den Stahlbeschäftigten zu sprechen. Der SPD-Politiker kündigte an, die saarländischen Stahl-Betriebsräte im Kampf um ihre Arbeitsplätze zu unterstützen.

Maas sagte nach einem Treffen mit den Betriebsratsvorsitzenden von Dillinger, Saarstahl und Stahlwerke Bous, in Deutschland produzierter Stahl gehöre zu den umweltfreundlichsten weltweit. Dem Klimawandel werde es nicht dienen, wenn die heimische Industrie im Wettbewerb gegenüber Ländern verliere, die mit geringeren Umweltstandards Stahl produzierten. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 05.10.2019 berichtet.

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