Eine Ärztin verpackt einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten in eine Plastiktüte.  (Foto: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa)

Anteil älterer Coronainfizierter steigt

  17.10.2020 | 13:54 Uhr

Seit Anfang Oktober stecken sich im Saarland wieder deutlich mehr Menschen über 60 Jahre mit dem Coronavirus an. Der Anteil an allen Neuinfektionen lag in den vergangenen beiden Wochen bei knapp 20 Prozent.

Nachdem das Coronavirus in den Sommermonaten überwiegend in jüngeren Altersgruppen kursierte, stecken sich nun wieder zunehmend Ältere an. Das geht aus aktuellen Daten des Robert-Koch-Institutes hervor.

Zwischen Ende Juli und Anfang September verzeichnete das RKI wöchentlich nie mehr als sechs Fälle in der Altersgruppe 60+. Insbesondere gab es nur ganz selten Infektionen bei Menschen über 80 Jahren. Alleine in der laufenden Woche waren es dagegen schon 99 Fälle bei über 60-Jährigen, darunter 22 Personen über 80 Jahre.

Krankenhauszahlen steigen

Dass sich wieder deutlich mehr Menschen anstecken, die zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf zählen, spüren auch die Krankenhäuser im Saarland. Gab es in den Sommermonaten so gut wie keine Covid-19-Patienten in den Kliniken, steigt die Zahl derzeit täglich an. Anfang der Woche meldete das Gesundheitsministerium 22 Patienten in stationäre Behandlung, am Freitag waren es schon 43 - davon 16 auf der Intensivstation.

Insgesamt sind die Belegungszahlen noch auf einem niedrigen Niveau. Etwa 190 der rund 570 verfügbaren Intensivbetten im Saarland sind laut DIVI-Intensivregister aktuell frei. Hält der aktuelle Trend an, könnte sich das aber schnell ändern, wie Modellrechnungen einer Forschergruppe um Professor Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes zeigen. Danach könnten schon in zwei bis vier Wochen wieder Belegungszahlen wie in der Hochphase der ersten Welle im Frühjahr erreicht werden.

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