Eucharistiefeier der „Allianz für den freien Sonntag“ in der Basilika St. Johann in Saarbrücken (Foto: SR)

Allianz fordert Sonntag als Ruhepunkt

Peter Ring / Onlinefassung: Axel Wagner   17.03.2019 | 19:50 Uhr

Die „Allianz für den freien Sonntag“ setzt sich für den Sonntag als traditionellen Ruhepunkt in der Woche ein und wehrt sich gegen eine Kommerzialisierung, etwa durch die Ausdehnung von Ladenschlusszeiten. Unterstützung gab es dafür von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bei einem Gottesdienst in der Saarbrücker Basilika St. Johann.

Sonntage sollten nicht zu reinen Konsumtagen werden, so die Initiatoren der „Allianz für den Freien Sonntag“ bei der Eucharistiefeier in der Basilika St. Johann. Der arbeitsfreie Sonntag sei kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein wichtiges Element für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Allianz gehören Vertreter aus Kirchen, Gewerkschaften und Politik an.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 17.03.2019, Länge: 3:48 Min.]
Ministerpräsident Hans wirbt für arbeitsfreien Sonntag

„Wir sind an Sonntagen eingeladen, uns auf die wesentlichen Dinge unseres Lebens zu besinnen“, so Kirchenrat Matthias Hofmann. „Aufzuatmen von dem Druck der Woche, unserer oft zerfahrenen und zersplitterten Lebensteile. Tausend Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten stürzen unter der Woche auf uns ein, viele Meldungen verunsichern uns in unserer Zeit, aber am Sonntag können wir einmal aufatmen von diesem Stress.“

Bereits in der Weimarer Verfassung war der Sonntagsschutz festgeschrieben, und das trotz der damals wirtschaftlich angespannten Lage. Im Grundgesetz wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg erneut bestätigt. Doch dieser Schutz scheint heute vielfach bedroht – vor allem durch die Globalisierung.

Kulturelle Sicherheit benötigt

Das stellte auch Ministerpräsident Hans fest. „Gerade in Zeiten der Globalisierung müssen wir in ganz Europa noch mal den Anspruch erheben, dass es diesen freien Sonntag gibt, und das es auch eine gemeinsame Ausgestaltung unserer Wirtschaft in Europa, die ja nicht nur eine deutsche Wirtschaft ist, die Rücksicht nimmt auf die Bedürfnisse von Menschen. Je schneller sich die Welt dreht, desto mehr brauchen wir kulturelle Sicherheit, und auch Traditionen, die den Bedürfnissen der Menschen nach Ruhe, nach Verbundenheit und Zusammenhalt auch gerecht wird.“

Geschäfte bleiben sonntags zu

Deshalb, so Hans weiter, komme eine weitere Liberalisierung von Ladenschlusszeiten mit der Landesregierung nicht in Betracht. Die „Allianz für den freien Sonntag“ fordert, dass die Politik dem Sonntagsschutz als Verfassungsrang stärker Geltung als bisher verschaffen müsse.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 17.03.2019 im SR Fernsehen berichtet.

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