Atomkraftwerk Fessenheim (Foto: dpa/Patrick Seeger)

AKW Fessenheim ab Sommer 2020 dicht

  27.11.2018 | 16:27 Uhr

Das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass soll im Sommer 2020 endgültig geschlossen werden. Das hat der französische Präsident Emmanuel Macron bei der Vorstellung seines Zehnjahres-Plans zur Energiewende angekündigt.

Deutschland fordert bereits seit Jahren, dass die pannenanfällige Anlage abgeschaltet wird. Fessenheim ist das älteste französische Atomkraftwerk.

14 Anlagen sollen bis 2035 vom Netz gehen

Macron kündigte an, dass bis 2035 insgesamt 14 der 58 französischen Reaktoren stillgelegt werden, davon französischen Medienberichten zufolge "vier bis sechs" bis 2030. Die genaue Liste steht noch nicht fest. Auch ist noch nicht bekannt, ob das in der Großregion ebenfalls umstrittene Atomkraftwerk Cattenom von den Schließungsplänen betroffen ist.

Der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) begrüßte in einer ersten Stellungnahme die Entscheidung zu Fessenheim. „Die Schließung des veralteten und störanfälligen Atomkraftwerks ist längst überfällig.“ Nun müsse Cattenom folgen, außerdem solle Frankreich auf erneuerbare Energien umrüsten. Die Linke im saarländischen Landtag erklärte, der störanfälligen Anlage in Cattenom müsse bald der Stecker gezogen werden. Die Grünen äußerten sich ähnlich. Deutschland solle Frankreich Hilfe beim Rückbau der Atomanlagen anbieten.

Präsident Macron kündigte an, den Anteil der Atomenergie in Frankreich auf 50 Prozent zu begrenzen, schloss aber den Bau von neuen Atommeilern ausdrücklich nicht aus.

Politik & Wirtschaft
Frankreich will Fessenheim-Zulieferern helfen (26.01.1018)
Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim im Elsass: Der Staat hat sich nun vertraglich verpflichtet, auch die Mitarbeiter der Zulieferer nicht zu übergehen, wenn das Akw schließt. Sie sollen zum Beispiel Fortbildungen und Umschulungen erhalten.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 27.11.2018 berichtet.

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