Annegret Kramp-Karrenbauer im SR-Interview (Foto: SR Fernsehen)

AKK kündigt Gespräche über Fluglärm im Nordsaarland an

  18.07.2019 | 19:08 Uhr

Die neue Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, sich zügig mit dem Fluglärm im Nordsaarland zu befassen. Sie will die militärischen Übungsflüge dort prüfen, sagte sie im SR-Interview. Auch in Absprache mit dem Saarland.

In die Einzelheiten der hohen Fluglärm-Belastung im Nordsaarland muss sich Kramp-Karrenbauer noch vertiefen, sagte die neue Bundesverteidigungsministerin im Interview mit Joachim Weyand. Dennoch kündigte sie an, sowohl im eigenen Ministerium wie auch mit dem zuständigen saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU) "sehr schnell" über das Thema zu sprechen.

Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer (18.07.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 18.07.2019, Länge: 04:19 Min.]
Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer (18.07.2019)

Eine einfache Lösung allerdings ist nicht in Sicht, denn auch Kampfflieger müssen üben. Die Stellschrauben scheinen eher gering: "Es geht zum Beispiel um die Frage, in welchen Tagesstunden Übungsstunden in einzelnen Monaten angesetzt werden", sagte Kramp-Karrenbauer.

Video [aktueller bericht, 18.07.2019, Länge: 2:25 Min.]
Saarland setzt Hoffnungen in neue Verteidigungsministerin

Keine Aussage zu HIL

Zur Frage, ob das Heeresinstandsetzungslogistik-Werk in St. Wendel privatisiert werden soll oder nicht, bezog die neue Verteidigungsministerin noch keine klare Stellung. Hier kündigte sie eine Bestandsaufnahme an.

Allerdings sagte Kramp-Karrenbauer sie wolle die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sowohl im Ausland wie auch zu Hause wieder herstellen. Ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen habe zwar nach vielen sparsamen Jahren eine Trendwende eingeleitet, aber: "Wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinwollen."

"Verteidigung hat höchste Priorität"

Nach ihrer Ernennung am Mittwoch waren auch kritische Stimmen und Postengeschacher-Vorwürfe laut geworden. Im SR-Interview sagte Kramp-Karrenbauer, Negativstimmen von der Opposition seien zu erwarten gewesen: "Das gehört zum Ritual dazu!"

Sie habe sich für den Wechsel ins Kabinett entschieden, um ein Zeichen zu setzen: "Verteidigung muss in Deutschland höchste Priorität haben". Den Verteidigungsministerinnen-Posten mit dem Parteivorsitz zu verbinden soll auch eine Aussage an die Truppe sein, sagte die CDU-Politikerin. Deshalb habe sie sich dazu entschlossen, das Amt zu übernehmen.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" im SR Fernsehen am 18.07.2019 berichtet.

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