Annegret Kramp-Karrenbauer und Paul Ziemiak (Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa)

"Es fühlt sich immer noch etwas surreal an"

  08.12.2018 | 17:14 Uhr

Seit Freitag ist die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer Vorsitzende der CDU Deutschlands. Im SR-Interview erzählt sie, wie sie den Wahl-Krimi um den Vorsitz erlebt hat, welche Aufgaben jetzt anstehen und was ihre neue Position für das Saarland bedeutet.

Auch am Tag danach hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer noch nicht ganz an den Gedanken gewöhnt, dass sie nun die achte Bundesvorsitzende in der Geschichte der CDU Deutschlands ist. „Es fühlt sich immer noch etwas surreal an. Ich glaube, ich brauche auch noch ein paar Tage, bis ich die ganze Dimension verstanden habe“, sagte die frisch gekürte CDU-Vorsitzende im SR-Interview. Den zweiten Wahlgang, bei dem sie sich mit 32 Stimmen Vorsprung gegen Friedrich Merz durchsetzte, habe sie „wie in Trance“ erlebt.

Dass sie im entscheidenden Moment noch die nötigen Stimmen aus dem Lager von Jens Spahn für sich gewinnen konnte, führt Kramp-Karrenbauer einerseits auf die spezielle Atmosphäre auf dem Parteitag zurück, die sie durch ihr Rede mitbeinflusst habe. Andererseits stehe sie auch für einen Generationenwechsel in der Partei, den sie zumindest mitorganisiere.

Kramp-Karrenbauer will Merz einbinden

Ihre erste Maßnahme in diese Richtung lässt sich allerdings schwerlich als voller Erfolg begreifen. Kramp-Karrenbauers Vorschlag für den Posten des Generalsekretärs, Paul Ziemiak, erhielt von den Delegierten des Bundesparteitags lediglich 62,8 Prozent der Stimmen. Kramp-Karrenbauer führt das schwache Ergebnis auch auf den Umstand zurück, dass Ziemiak aus dem gleichen Bezirk wie ihre beiden Mitbewerber kommt. „Da gibt es wohl den einen oder anderen, der sagt, es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, dass er jetzt gemeinsam mit mir die Partei führen will“. Als Denkzettel in ihre Richtung will sie das Ergebnis allerdings nicht verstanden wissen. Stattdessen möchte sie daran arbeiten, die vom Ausgang der Wahl Enttäuschten in die Parteiarbeit miteinzubinden. Das gilt nicht zuletzt für den unterlegenen Friedrich Merz. Mit dem will sie noch einmal das Gespräch suchen. „Ich werde ihm sagen, dass ich mir das persönlich wünsche – dass das aber auch die Erwartung der Partei ist.“

Auch in ihrer neuen Rolle will sich Kramp-Karrenbauer für das Saarland einsetzen. „Dass ich bei allem, was ich tue, immer auch besonders saarländische Interessen im Blick habe, gehört zur DNA einer Saarländerin“, sagte sie. Privat wolle sie ihren Lebensmittelpunkt weiterhin im Saarland behalten – auch wenn sie ihre Familie in Zukunft wohl noch weniger sehen wird.

Interview mit AKK zum CDU-Parteitag
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 08.12.2018, Länge: 05:44 Min.]
Interview mit AKK zum CDU-Parteitag
Im Interview spricht Annegret Kramp-Karrenbauer am Tag nach ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden über ihren Erfolg. Sie erklärt, welche Veränderungen ihre neue Position mit sich bringen wird und was das für das Saarland bedeutet.

Darüber berichtet auch der "aktuelle bericht" am 08.12.2018 um 19.15 Uhr im SR Fernsehen.

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