Rudolf Müller mit Josef Dörr auf dem Landesparteitag der AfD in Völklingen-Wehrden (Foto: imago/Becker & Bredel)

AfD-Spitzenkandidat handelt mit Naziorden

Christoph Grabenheinrich   21.09.2016 | 17:00 Uhr

Der Spitzenkandidat der AfD im Saarland, Rudolf Müller, gerät in massive Erklärungsnot. Der 65-jährige hat in seinem Antiquitätengeschäft in Saarbrücken Nazi-Devotionalien verkauft, sich damit mutmaßlich strafbar gemacht – das haben das NDR-Fernsehmagazin Panorama sowie der Stern herausgefunden.

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AfD-Spitzenkandidat handelt mit Hakenkreuzen
Handel mit Nazi-Orden und KZ-Geld aus Theresienstadt - für den Saarbrücker AfD-Spitzenkandidaten Müller kein Problem. Von einem Verkaufsverbot für diese Nazi-Devotionalien wisse er nichts.

Bei zwei Testkäufen konnten die Journalisten vom NDR und vom Stern in Müllers Geschäft problemlos zum einen "Lagergeld" aus dem Konzentrationslager Theresienstadt, zum anderen Orden aus der NS-Zeit mit Hakenkreuzen erstehen. Der Verkauf der Orden ist laut Strafgesetzbuch in Deutschland nicht erlaubt.

Am Parteitag der AfD in Völklingen wurde Müller am vergangenen Wochenende mit den Vorwürfen konfrontiert und er räumte ein, dass sich das für einen Spitzenkandidaten der AfD nicht zieme. Gegenüber dem NDR behauptete er allerdings auch, nichts davon gewusst zu haben, dass er mit dem Verkauf der Hakenkreuzorden gegen das Gesetz verstoße.

AfD-Schiedsgericht muss über Auflösung des Landesverbandes entscheiden

Der Fall dürfte neben der Staatsanwaltschaft auch das Schiedsgericht der AfD interessieren. Das muss auf Antrag des Bundesvorstandes der Partei darüber entscheiden, ob der saarländische Landesverband wegen eines zu innigen Schmusekurses der Parteispitze mit Rechtsextremen aufgelöst werden soll.

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