Josef Dörr (Foto: imago/ Becker&Bredel)

AfD-Spitze im Saarland lässt Ämter ruhen

Thomas Braun / mit Informationen von Janek Böffel   11.03.2016 | 09:05 Uhr

Der Landeschef der AfD im Saarland, Dörr, und sein Stellvertreter Hecker lassen ihre Ämter bis auf weiteres ruhen. Nach Berichten über wiederholte Kontakte der saarländischen AfD-Spitze zur rechtsextremen Szene hat der Bundesvorstand die Notbremse gezogen. Im Landesverband genießen beide aber offenbar noch Rückendeckung.

Wie das Nachrichtenmagazin Stern in seiner Onlineausgabe berichtet, hat der Bundesvorstand Dirk Driesang die beiden saarländischen AfD-Funktionäre Josef Dörr und Lutz Hecker zu diesem Schritt gedrängt. Wie der Sprecher der saarländischen AfD gegenüber dem SR bestätigte, lassen Dörr und Hecker ihre Ämter derzeit ruhen.

Dörr suchte offenbar Nähe zur rechten Szene

Hintergrund sind Berichte der Saarbrücker Zeitung und des Sterns über Kontakte der AfD-Spitze zur rechtsextremen Szene. So soll Dörr bei der NPD-nahen Freien Bürger Union um Mitglieder geworben haben. Außerdem soll er mehrfach Kontakte zu den bekannten rechten Größen Ulrike Reinhardt aus Kaiserslautern und Sascha Wagner aus dem Saarland gehabt haben. Dem Stern liegen entsprechende WhatsApp-Nachrichten und E-Mails vor. Auf einer AfD-Veranstaltung in Dudweiler soll auch NPD-Landeschef Peter Marx Gastredner gewesen sein.

Rückendeckung für Dörr im Landesverband

Auch wenn Dörr und Hecker ihre Ämter aktuell ruhen lassen, ein Rücktritt sei nicht zu erwarten, teilte der AfD-Landespressesprecher Müller mit. Beide hätten die Rückendeckung innerhalb der Landespartei. Dörr sei zudem ein über Parteigrenzen hinweg hochgeachteter Politiker, so Müller.

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