Eine Packung mit dem Medikament Paxlovid (Foto: Imago/Independent Photo Agency Int./Nick Zonnax)

Saar-Ärzte begrüßen Entscheidung zu Paxlovid

  22.08.2022 | 15:39 Uhr

Der saarländische Hausärzteverband begrüßt die Entscheidung, dass Hausärzte künftig das Corona-Medikament Paxlovid direkt an Covid-Erkrankte abgeben dürfen. Die Kassenärztliche Vereinigung kritisiert allerdings, dass ein Praxisbesuch dafür nur bis Ende September vergütet wird.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den Zugang zu Covid 19-Medikamenten in der Frühphase der Erkrankung erleichtern – eine Forderung, die zuvor bereits der Expertenrat der Bundesregierung gestellt hatte. Deshalb sollen Arztpraxen künftig selbst das Medikament Paxlovid des US-Herstellers Pfizer an Erkrankte abgeben können. Es schwächt schwere Krankheitsverläufe ab.

Liefertermin noch unklar

Während von den Apotheken Kritik an der Vergabe des Dispensierrechts an Arztpraxen kommt, bewertet der Hausärzteverband Saarland die Entscheidung positiv. Seit vergangenem Donnerstag können die Praxen das Medikament in den Apotheken bestellen. Wann es geliefert wird, konnte der Verband nicht sagen.

Noch sei unklar, ob die Abgabe von Paxlovid für die Hausarztpraxen einen Mehraufwand darstelle, teilte der Verband dem SR mit.

Kritik an Telefon-Verschreibung

Kritik gibt es allerdings daran, dass das Medikament auch telefonisch verschrieben werden kann. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas, sagte, er werde nicht am Telefon verordnen. Die Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KV) lehnt diese Praxis ebenfalls ab. Sie sei nur im Ausnahmefall sinnvoll.

Um Paxlovid zu verordnen, solle der Arzt umfassend über den Gesundheitszustand des Patienten informiert sein und ihn aufklären, so die KV. Dies müsse nach strengen Regeln erfolgen. Kritik übt die KV auch daran, dass Hausärzte dafür nur bis Ende September eine Vergütung erhalten sollen. Sie verlangt, dass dies über den ganzen Winter fortgeführt wird.

FDA fordert Tests für zweite Behandlung

Unterdessen hat die US-Gesundheitsbehörde FDA Pfizer aufgefordert, die Auswirkungen einer zusätzlichen Behandlung mit Paxlovid bei Menschen zu testen, die nach der Behandlung mit dem Virostatikum einen Rückfall erleben. In einem Schreiben vom 5. August, das vergangene Woche bekannt geworden war, teilte die FDA Pfizer mit, bis zum 30. September 2023 müssten die ersten Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu einer zweiten Behandlung mit dem Medikament vorliegen.

Zuvor hatte es in den USA mehrere Berichte über wiederkehrende Virusinfektionen oder Symptome nach einer Behandlung mit Paxlovid gegeben. Dies betraf auch US-Präsident Joe Biden und den Direktor des US-Instituts für ansteckende Krankheiten, Anthony Fauci. Laut Pfizer, das zusammen mit dem deutschen Biotechnologiekonzern Biontech bereits den Corona-Impfstoff Comirnaty entwickelt hatte, sind solche Rückfälle jedoch selten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.08.2022 berichtet.

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