Ein Lkw des schwedischen Herstellers Scania (l) steht neben einem des deutschen Herstellers MAN bei einer Spedition (Foto: dpa/Marcus Führer)

Ärger um geplantes Logistikzentrum

mit Informationen von Simin Sadeghi   31.07.2018 | 17:50 Uhr

In St. Ingbert gibt es Ärger um das Gewerbegebiet Kleber. Dort soll unter anderem ein Logistikunternehmen von Lidl kommen. Die Anwohner befürchten, dass dort in Zukunft LKW rund um die Uhr ein- und ausfahren. Von der Stadt fühlen sie sich nicht ernst genommen. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück.

Die Anwohner befürchten, dass die Lebensqualität abnehmen wird. Die Emissionen, sowohl Lärm und Schmutz, würden größer. Außerdem rechnen sie damit, dass auch die Immobilien darunter leiden.

Ärger um Logistikzentrum in Hassel
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 31.07.2018, Länge: 03:07 Min.]
Ärger um Logistikzentrum in Hassel

Mehrfach standen die Anwohner Wolfgang Becker und Andreas Müller mit der Stadtverwaltung in Kontakt, waren sogar schon bei einem Gespräch mit dem Eigentümer des Gewerbegebiets dabei. Herausgekommen ist nichts, sagt Wolfgang Becker: "Wir haben dann die letzten beiden Jahre Einwendungen zu der geplanten Bebauungsplanänderung gemacht, haben dazu keinerlei Rückmeldungen der Stadt bekommen."

Erst auf ihre Initiative hin hätte es Anfang Mai einen Termin mit der Stadt gegeben. Seitdem sei nichts mehr passiert. Auch mit dem Investor habe man versucht Kontakt aufzunehmen.

Hier würden Pläne in Hinterzimmern gemacht, deren Auswirkungen die ganze Stadt betreffen, glauben die Anwohner. Zum Beispiel habe der Landesbetrieb für Straßenbau zu Bedenken gegeben, dass die Straßen und auch die Autobahn nahe des Gewerbegebiets für ein Logistikzentrum nicht ausgelegt seien.

Oberbürgermeister weist Vorwürfe zurück

Der St. Ingberter Oberbürgermeister, Hans Wagner, weist die Vorwürfe zurück: Es gebe Gesetze, an die sich alle halten müssen und es sei völlig klar, dass man unterschiedlicher Meinung sein könne, was Belastungen angehe. Wenn aber Gutachten erstellt seien, die sagten die Lärmbelastung sei in den zugelassenen Grenzen und das Verkehrsaufkommen sei in den zugelassenen Grenzen oder könne geregelt werden, dann sollten sich alle an diese Vorgaben halten.

Klar ist laut Bebauungsplan, dass Lidl-Logistik und auch Festo sich bald auf dem Gewerbegebiet Kleber ansiedeln, das hat der Eigentümer der Stadtverwaltung bereits mitgeteilt. Die Anwohner hätten da gern mitentschieden, sagt Müller.  Man werde nicht wirklich ernst genommen. Die Anwohner hätten gar nichts gegen ein Gewerbegebiet. Sie hätten es jedoch sinnvoll gefunden, wenn sich kleine Gewerbetreibende auf dem Gelände ansiedeln könnten, die Arbeitsplätze schaffen würden.

Klärendes Gespräch am Dienstag

Video [aktueller bericht, 01.08.2018, Länge: 3:42 Min.]
Widerstand gegen Logistikzentrum in Hassel

Am kommenden Dienstag wollen die Anwohner ihre Bedenken und Ideen der Stadtverwaltung nochmal vortragen. Oberbürgermeister Wagner hat alle Beteiligten um 18.00 Uhr eingeladen, Fragen zu klären.

"Bei mir herrscht Transparenz bis zum letzten Winkel", sagte Wagner. Jeder könne alle Informationen abgreifen, das habe er den beiden Vertretern der Initiative schon mitgeteilt. "Den Vorwurf, es würden hier in Hinterzimmern mit den Investoren Absprachen getroffen, die gegen die Gesetze wären, muss ich zurückweisen. Das werden wir am nächsten Dienstag klarstellen", so der Oberbürgermeister.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Region vom 31.07.2018 berichtet.

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