Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (Foto: imago images/Becker & Bredel)

Kolling griff bei Impfpflicht offenbar zu harschen Worten

Peter Sauer   03.02.2022 | 06:41 Uhr

Am Donnerstag haben Vertreter der Landkreise, des Gesundheitsministeriums und der Trägergesellschaften über die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht diskutiert, die ab dem 16. März greifen soll. Im Vorfeld hatte es Ärger zwischen Gesundheitsstaatssekretär Kolling und den Trägern gegeben.

Wenn die Impfpflicht in Pflegeheimen wie geplant ab dem 16. März greift, müssten Betretungsverbote und eine dadurch entstehende Unterpersonalisierung sowie ein möglicher Aufnahmestopp in den Einrichtungen unbedingt verhindert werden. Das hatte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) nach SR-Informationen bei einer Videoschalte Ende vergangener Woche mit den Trägern der saarländischen Pflegereinrichtungen klar gemacht.

Offenbar harsche Worte bei Gesprächen über Impfpflicht für Pflegekräfte
Audio [SR 3, Renate Wanninger / Peter Sauer, 02.02.2022, Länge: 03:39 Min.]
Offenbar harsche Worte bei Gesprächen über Impfpflicht für Pflegekräfte

Laut einem Schreiben der Saarländischen Pflegegesellschaft, das dem SR vorliegt, soll Kolling dabei Sätze gesagt haben wie: „Wir werden solche Träger an den Pranger stellen“, und: „Wir werden hohe Ordnungsstrafen anordnen“.

Diese harsche und in den Augen der Träger unangemessene Wortwahl traf bei diesen auf großes Unverständnis, zumal sie viele offene Fragen ans Ministerium bezüglich der Durchführung der Impfpflicht hätten.

Rund 95 Prozent der Pflegekräfte geimpft

Auf Nachfrage beim Ministerium, ob diese Aussagen so getroffen worden sind, hieß es: „Die Sitzungen finden im vertraulichen Rahmen statt. Aus diesen vertraulichen Sitzungen heraus werden wir nicht über Einzelheiten berichten.“

Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband sind im Bereich der ambulanten, teil- und stationären Pflege rund 95 Prozent der Beschäftigten bereits geimpft.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 02.02.2022 berichtet.

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