Ein Geschäft der Kette Adler Modemärkte. (Foto: picture alliance / Horst Galuschka/dpa | Horst Galuschka)

Adler Modemärkte stellt Insolvenzantrag

  10.01.2021 | 22:28 Uhr

Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit.

Ziel sei es, das Unternehmen Adler Modemärkte über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei werde der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt.

Der Antrag sei beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden. Auslöser seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des Lockdowns in der Corona-Krise. Es sei nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Rund 3350 Mitarbeiter

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe dieser Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH, jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Sämtliche ausländische Tochtergesellschaften der Adler Modemärkte AG seien nicht betroffen und führten ihre Geschäfte "im normalen Geschäftsgang unverändert fort", hieß es weiter.

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg betreibt derzeit 171 Märkte, davon 142 in Deutschland, sowie einen Onlineshop. Nach eigenen Angaben erzielte die Gruppe im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Ende September 2020 hat sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Saarland gibt es die beiden Filialen in Saarbrücken und Saarlouis. Auch in Trier und Kaiserslautern hat die Modekette jeweils einen Standort, in Luxemburg sind es drei Shops.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.01.2021 berichtet.

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