Die neue Fahrradzone im Nauweiser Viertel in Saarbrücken (Foto: SR / Simin Sadeghi)

ADFC dringt auf Maßnahmen für Fahrradzone

  13.09.2022 | 18:59 Uhr

Das Nauwieser Viertel in Saarbrücken ist seit einem Jahr eine Fahrradzone - und damit nur bedingt für Autos zugelassen. Eine Verkehrszählung des ADFC hat nun jedoch ergeben, dass ein erheblicher Anteil der dortigen Autos das Viertel zum Durchfahren nutze. Das sei so nicht hinnehmbar, urteilt der Fahrradclub und fordert entsprechende Maßnahmen.

Nach einer Verkehrszählung hat der Fahrradclub ADFC die Stadt Saarbrücken erneut dazu aufgefordert, gegen den Durchgangsverkehr im Nauwieser Viertel vorzugehen. Schon im Mai hatte der ADFC den Durchgangsverkehr in der Fahrradzone moniert und Maßnahmen gefordert.

„Für die Nauwieser Straße kann man feststellen, dass morgens rund ein Drittel der Autos nur durchfahren, abends liegt die Zahl sogar noch etwas höher“, sagt ADFC-Sprecher Thomas Fläschner. In der Johannis-Straße seien rund 20 beziehungsweise 50 Prozent Durchgangsverkehr ermittelt worden.

Bessere Anbindung für Fahrradfahrer

Die Stadt müsse dagegen vorgehen, so das Fazit des ADFC – beispielsweise mit Barrieren, die Autos die Querung des Nauwieser Viertels unmöglich machen, aber Radfahrerinnen und -fahrer durchlassen sowie für Versorgungs- und Hilfsfahrzeuge geöffnet werden können.

Auch müsse das Viertel besser mit Radwegen angebunden werden, damit die Fahrradzone keine Insel bleibe. Zudem solle die Stadt die Anzahl der Parkplätze verringern und die Polizeikontrollen erhöhen, um die geltenden Regeln auch durchzusetzen.

Stadt evaluiert bauliche Maßnahmen

Der Durchgangsverkehr im Nauwieser Viertel sei "unerwünscht und verkehrsrechtlich bereits untersagt", teilte der Sprecher der Stadt Saarbrücken, Thomas Blug, auf SR-Anfrage mit. Möglichkeiten zur baulichen Verhinderung des Durchgangsverkehrs würden verwaltungsintern bereits abgewogen.

"Es muss jedoch mitbedacht werden, dass durch bauliche Maßnahmen auch der Erschließungsverkehr der Bewohnerschaft innerhalb des Viertels verlagert wird, was zwingend im Vorfeld untersucht, bewertet und mit den Anliegern abgestimmt werden muss“, so Blug.

"Enorm viel Radverkehr"

Zeitgleich mit den Autos hat der ADFC auch die Radfahrerinnen und -fahrer gezählt, die auf den beiden Straßen unterwegs waren. So seien beispielsweise an der Musikschule am Eingang der Nauwieser Straße morgens zwischen 7.00 und 9.00 Uhr neben 124 Autos immerhin 82 Fahrräder eingefahren. „Dies zeigt uns, dass die Entscheidung der Stadt, das Nauwieser Viertel zur Fahrradzone umzuwidmen, gut und richtig war, denn hier findet enorm viel Radverkehr statt“, sagt Fläschner.    

Die Fahrradzone im Nauwieser Viertel wurde im Mai 2021 offiziell von Oberbürgermeister Uwe Conradt freigegeben. Im Februar dieses Jahres erhielt das Projekt sogar den dritten Platz beim Deutschen Fahrradpreis 2022.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja