Saarlandkarte mit geplanter Streckenführung der Nordsaarlandstraße (Foto: SR/Knöbber, Hintergrund: pixabay/Larisa-K)

Nordsaarlandstraße soll kommen

Thomas Gerber   09.07.2021 | 12:29 Uhr

Ministerpräsident Tobias Hans, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer haben am Freitag eine sogenannte "Absichtserklärung" zum Bau einer Nordumgehung von Merzig unterzeichnet. Die Straße wird bereits seit Jahrzehnten von Kommunal- und Landespolitikern gefordert.

Seit Jahrzehnten fordern Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien außer den Grünen den Bau eine Nordumgehung von Merzig. Bislang quälen sich täglich rund 18.000 Fahrzeuge, darunter fast 1000 Lkw, durch die Innenstadt von Merzig.

"Realisierung des Lückenschlusses der Nordsaarlandstraße und Stärkung des Truppenstandorts Merzig": So lautet die Überschrift der Absichtserklärung. Doch Absichten wurden in Sachen Nordumfahrung in der Vergangenheit bereits viele erklärt, nun aber scheint es in der Tat etwas konkreter zu werden.

Trasse soll durch Bundeswehrgelände führen

Absichtserklärung für Nordsaarlandstraße
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 09.07.2021, Länge: 02:46 Min.]
Absichtserklärung für Nordsaarlandstraße

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sagte schriftlich zu, dass nach einer Lösung für das Problem Truppenübungsplatz gesucht werden wird. Vermutlich muss die Trasse der neuen Merziger Nordumfahrung teilweise untertunnelt werden, so dass der Übungsplatz weiter genutzt werden kann. Auf Sprünge der Fallschirmjäger in Merzig selbst solle in Zukunft dann verzichtet werden.

Alle Beteiligten übten sich trotz Wahlkampf in Zurückhaltung. Am Freitag war die Rede von einem "geistigen Spatenstich" – der Reale sei noch in weiter Ferne. Es sei kein Projekt für 2021, auch 2022 sei es eher unwahrscheinlich.

Kosten für Projekt unklar

Konkret will das Wirtschaftsministerium jetzt die europaweiten Ausschreibungen für Gutachten und Planungen auf den Weg bringen. Allein für die anschließende Umweltverträglichkeitsprüfung veranschlagte Ministerin Rehlinger mindestens ein Jahr. Auch bei den Kosten hielt man sich bedeckt. Die mal in rede stehenden 16 Millionen Euro reichten sicherlich aktuell nicht mehr aus. Die Baupreise seien bekanntlich gestiegen.

Die Befürworter glauben, dass die neue Umgehungstraße neben der Entlastung der Innenstadt auch einen Impuls für die Wirtschaft in der teils strukturschwachen Hochwaldregion bringt. Kritiker halten das Projekt angesichts der Klimakatastrophe für völlig aus der Zeit gefallen. Denn wer Straßen säe, der werde Verkehr ernten.

"Absichtserklärung für die Nordsaarlandstraße gab es viele"
Audio [SR 3, Nadine Thielen / Thomas Gerber, 09.07.2021, Länge: 03:21 Min.]
"Absichtserklärung für die Nordsaarlandstraße gab es viele"

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.07.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja