Die Abfallverwertungsanlage in Velsen (Foto: Becker&Bredel)

Fernwärme aus Müllverbrennungsanlage Velsen

Mit Informationen von Jürgen Rinner und Markus Person   25.08.2021 | 15:17 Uhr

Die Abfallverwertungsanlage Velsen wird bis Oktober 2022 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Knapp 15.000 Haushalte sollen dann mit Wärme versorgt werden, die bei der Müllverbrennung entsteht.

Zu Beginn der Heizperiode im kommenden Jahr soll alles fertig sein: Ab Oktober 2022 soll Abwärme der Abfallverwertungsanlage Velsen ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Dieser Anschluss ist ein gemeinsames Projekt von Steag New Energies, dem Fernwärmeverbund Saar und des Entsorgungsverbandes Saar (EVS).

Video [aktueller bericht, 25.08.2021, Länge: 3:20 Min.]
Abfallverwertungsanlage wird 2022 an Fernwärmenetz angeschlossen

Solche Projekte sollen dabei helfen, genug Energie bereitzustellen, wenn Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Fernwärme sei ein Zukunftsmodell, kein Auslaufmodell, sagt Georg Jungmann, Geschäftsführer des Betreibers der Verwertungsanlage EVS: „Wir werden hier für knapp 15.000 Haushalte Wärme erzeugen, das sind rund 30.000 Menschen.“

Abfall-Wärme statt Kohle

Fernwärme aus Müllverbrennungsanlage Velsen
Audio [SR 3, Markus Person, 25.08.2021, Länge: 04:12 Min.]
Fernwärme aus Müllverbrennungsanlage Velsen

Diese Wärme, die bei der Abfallverbrennung sowieso erzeugt wird, wurde vorher einfach in die Luft gepustet. Vorher sei nötige Fernwärme zum Beispiel mit Kohle produziert worden. Jungmann sprach deshalb von einem „Riesenschritt in der Energiepolitik und den Klimawandel hier für das Saarland.“

Gut 40 Megawatt soll Velsen liefern. Projektpartner Steag hat seine beiden Kohlekraftwerke im Saarland, Weiher 3 und Bexbach, zur endgültigen Stilllegung angemeldet. Nachhaltige Energie aus der Anlage Velsen passt deshalb ins Konzept. Steag baut die Fernwärmeleitungen, die die Wärme durch den Wald an die Saar nach Fenne liefert. Dort werden sie an das Netz angeschlossen.

Geringere Gebührenerhöhung?

Auch für EVS-Kunden soll sich das Projekt lohnen. Denn sollte es eine künftige Müllgebührenerhöhung geben, würde die durch die neue Einnahmequelle des EVS niedriger ausfallen als ohne, erklärt EVS-Geschäftsführer Jungmann.

Sollte alles nach Plan laufen und Velsen im Herbst nächsten Jahres an die Fernwärmeschiene angeschlossen sein - steht dort auch schon das nächste Großprojekt an. Bis 2024 soll neben der Müllverbrennungsanlage nahe Großrosseln und Klarenthal das EVS-Biomassezentrum entstehen.

Auch dort soll mit saarländischem Bioabfall eine weitere Quelle zur alternativen Energiegewinnung entstehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.08.2021 berichtet.

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