Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

UKS-Urabstimmung: Über 80 Prozent Beteiligung

  11.09.2018 | 15:17 Uhr

Immer mehr Patienten, immer weniger Zeit für die Pflege - so fassen die Betroffenen die Lage schon seit langem zusammen. Weil sich aber nichts ändert, hat Verdi die Beschäftigten im Uniklinikum Homburg per Urabstimmung befragt, ob sie bereit sind, auch unbefristet in einen Streik für mehr Pflegepersonal zu treten. Fast alle hätten abgestimmt, so die Gewerkschaft.

Deutlich über 80 Prozent der Verdi-Mitglieder an der Uniklinik in Homburg haben ihre Stimme abgegeben. Das sagte der zuständige Verdi-Sekretär Michael Quetting. Es herrsche große Kampfbereitschaft. Möglicherweise könne nächste Woche Mittwoch ein Streik beginnen.

Land befürchtet Ausschluss

Mit einem solchen Streik will Verdi einen einklagbaren Tarifvertrag zur Entlastung des Pflegepersonals erzwingen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verbietet aber dem Saarland den Abschluss eines solchen Tarifvertrages. Vor allem die von Verdi geforderten Mindestbesetzungsregelungen seien „inhaltlich einer Regelung durch Tarifvertrag nicht zugänglich“, berichtet die Saarbrücker Zeitung. Falls die Uniklinik trotzdem einen Tarifvertrag abschließt, befürchtet das Land, aus der TdL ausgeschlossen zu werden.

Einigung in NRW

Eine ähnliche Ausgangssituation gab es auch an den Unikliniken in Düsseldorf und Essen. Dort hatten sich beide Seiten aber nach einer Schlichtung unter anderem auf jeweils 180 zusätzliche Stellen geeinigt. Die Kliniken müssen zudem den Personalbedarf für alle Bereiche ermitteln und Regelbesetzungen für jede Schicht bestimmen. Im Bedarfsfall müssen die Kliniken zusätzlich Springer einsetzen oder weniger Patienten neu aufnehmen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.09.2018 berichtet.

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