Landtagspräsident Toscani (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Toscani will Erinnerung an NS-Zeit neu vermitteln

  04.10.2018 | 14:26 Uhr

Der saarländische Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) wirbt dafür, die Erinnerung an die NS-Zeit neu und anders zu vermitteln. Dafür will er Schüler gezielt ansprechen und für die Ereignisse der deutschen Vergangenheit zu sensibilisieren.

Interview: "Erinnerungskultur ist ganz und gar unabdingbar"
Audio [SR 3, Karin Mayer sprach mit Stephan Toscani, 04.10.2018, Länge: 03:46 Min.]
Interview: "Erinnerungskultur ist ganz und gar unabdingbar"
Erinnerungskultur stärken gegen Rechtsruck. Wie Landtagspräsident Stephan Toscani dem nachgeht, darüber hat er im Interview mit SR 3-Reporterin Karin Mayer gesprochen.

„Wir treten in eine Phase ein, in der immer mehr Zeitzeugen der Judenvernichtung versterben», sagte Toscani am Donnerstag in Saarbrücken. Es stelle sich deswegen die Frage, wie Erinnerungsarbeit noch zeitgemäß vermittelt werden könne. Toscani will deshalb nach eigenen Angaben Schüler gezielt ansprechen und ihnen auch vermitteln, dass die Judenverfolgung und –vernichtung auch hier in der Region stattgefunden hat. Es gehe darum, Erinnerungsorte regional wieder zu entdecken.

Konkret plant Toscani, alle Landkreise und den Regionalverband Saarbrücken zu besuchen und anhand von Beispielen wie etwa Zeitzeugen und den Stolpersteinen Schüler auf die Geschehnisse vor Ort aufmerksam zu machen. Das Thema Antisemitismus sei von bleibender Aktualität, unterstrich Toscani. Dafür gebe es einen doppelten Grund. Einerseits zeigten Untersuchungen seit Jahren, dass es bei zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung eine Anfälligkeit für Antisemitismus gebe. Andererseits hätten Menschen aus arabischen Ländern teilweise einen Antisemitismus importiert, der sich durch eine Ablehnung Israels in ihren Ländern auszeichne.

Video [aktueller bericht, 04.10.2018, Länge: 2:36 Min.]
Erhalt der Erinnerungskultur im Saarland

Neue Pläne für Gedenkveranstaltung

Toscani kündigte zudem an, die Holocaust-Gedenkveranstaltung im Landtag am 27. Januar anders als bisher zu präsentieren. Schüler sollen den Angaben zufolge unter anderem ein Projekt vorstellen, welches zurzeit mit der Landeszentrale für politische Bildung erarbeitet wird. Toscani sagte, sie würden weder Publikum sein, noch würden sie vorgefertigte Texte vortragen. Vielmehr sollen die jungen Menschen Ergebnisse ihrer Recherche aus ihrer Sicht präsentieren.

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