Einsatzfahrzeug der Saarbrücker Feuerwehr (Foto: SR)

Feuerwehrchef Schun im Krankenstand

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   24.04.2019 | 18:20 Uhr

Der umstrittene Saarbrücker Berufsfeuerwehrchef Josef Schun ist seit Dienstag krankgemeldet. Er kam nicht zur offiziellen Amtsübergabe. Auch große Teile der insgesamt 183 Wehrleute sind nach wie vor krank geschrieben.

Schun hat sich nach SR-Informationen bis zum 29. April krankgemeldet. Am Dienstagmorgen war er noch in Begleitung des Saarbrücker Sicherheitsdezernenten Schindel auf seinen Posten zurückgekehrt.

"Mit Spontanheilung ist nicht zu rechnen"
Audio [SR 3, (c) Thomas Gerber, 24.04.2019, Länge: 03:04 Min.]
"Mit Spontanheilung ist nicht zu rechnen"

Erfolgreich geklagt

Damit wurde eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts vollzogen. Dort hatte Schun erfolgreich gegen seine Versetzung ins Baudezernat geklagt. Er war dorthin versetzt worden, weil mit ihm der Betriebsfrieden bei der Berufsfeuerwehr angeblich nicht gewährleistet gewesen sei. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts hatten sich zahlreiche Feuerwehrleute krank gemeldet.

Aktuell sind noch 65 Feuerwehrleute krank geschrieben. Zwar ist die Wache eins im Hessenweg nach Angaben der Stadtverwaltung - bis auf Chef Schun - derzeit komplett besetzt. Allerdings bleibe die Wache zwei in Burbach wohl noch bis nächste Woche verwaist. Dann hofft Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz allerdings auf Entspannung. Er gehe davon aus, dass sich zahlreiche Beamte wieder gesund melden und ihren Dienst antreten werden.

Ende nicht absehbar

Eine amtsärztliche Untersuchung Schuns, vergleichbar der gerichtlich angeordneten Reihenuntersuchung der 98 Wehrleute, die sich krank gemeldet hatten, schloss Latz aus. Auch für den Amtsleiter gelte, krank sei krank. Bis die Berufswehr wieder voll funktionsfähig ist, muss die Freiwillige Feuerwehr einspringen. Wie lange und wie viele Freiwillige in Alarmbereitschaft bleiben müssen, sei derzeit nicht absehbar. Ob es in der Auseinandersetzung mit Schun eine wie auch immer geartete gütliche Einigung geben könne, dazu lehnte Latz jede Stellungnahme ab. Und auch Schuns Anwälte wollten sich dazu auf SR-Anfrage nicht äußern.


Video [aktueller bericht, 23.04.2019, ab Min. 13:40]
Nachrichten

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.03.2019 berichtet.

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