Ministrant schwenkt Weihrauchgefäß (Foto: dpa/Jan Woitas)

Thul: "Betroffenheit in der Öffentlichkeit reicht nicht aus"

  26.09.2018 | 15:08 Uhr

Der SPD-Abgeordnete Sebastian Thul hat den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen scharf kritisiert. Wiedergutmachung könne nicht geschehen, "wenn Täter und ihre Helfer noch in Amt und Würde sind". Die AfD greift unterdessen Bischof Ackermann an.

Die SPD-Fraktion im saarländischen Landtag hat der katholischen Kirche fehlende Transparenz im Umgang mit den Missbrauchsfällen vorgeworfen. Der Abgeordnete Sebastian Thul sagte, Bekundungen von Scham und Betroffenheit in der Öffentlichkeit reichten nicht aus. Geschehenes lasse sich zwar nicht mehr rückgängig machen, aber „der Umgang damit kann zumindest ein Signal sein, daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen“. Wenn die Kirche wieder Vertrauen gewinnen wolle, müsse sie die Öffentlichkeit in die Aufarbeitung einbinden.

Thul forderte die Kirche auf, Konsequenzen zu ziehen: „Wie kann den Opfern Wiedergutmachung widerfahren, wenn Täter und ihre Helfer noch in Amt und Würde sind?“ Hier müssten die Verantwortlichen personelle und strukturelle Konsequenzen ziehen und "sowohl Täter als auch Vertuscher zur Verantwortung ziehen.“

"Schuldig durch wegschauen"

Die AfD forderte Wiedergutmachung für Missbrauchsopfer durch die Bistümer Trier und Speyer. Die von der katholischen Kirche bisher zur Verfügung gestellte Entschädigung von 5000 Euro im Schnitt pro Opfer sei "ein Hohn". Weiter kritisiert die Partei, "Bischof Ackermann als Missbrauchsbeauftragten zu bestellen ist unfassbar". Er habe sich persönlich „durch Wegschauen schuldig gemacht“, so die AfD.     

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