Polizei-Kontrolle in Saarbrücken (Foto: SR)

Weniger Alkohol-Kontrollen der Polizei

Axel Burmeister   10.07.2018 | 15:32 Uhr

Im Saarland werden immer weniger alkoholisierte Autofahrer erwischt. Grund ist der Personalmangel bei der Polizei. Deshalb könnten weniger Alkoholkontrollen durchgeführt werden. Das bestätigt der neue Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, David Maaß, dem SR. Dabei spielen Rauschmittel eine Hauptrolle bei Verkehrsunfällen.

Fast täglich berichten Polizeidienststellen im Saarland über alkoholisierte Autofahrer. So spürte ein Polizeihund am vergangenen Wochenende einen betrunkenen Autofahrer in einem Gebüsch an der Autobahn auf, nachdem er aus seinem Wagen gesprungen war. In Lebach ergab der Alkoholtest bei einem Autofahrer über zwei Promille und in Marpingen endete eine Trunkenheitsfahrt mit einem Verkehrsunfall. Steigen immer mehr Autofahrer unter Alkoholeinfluss in ihr Auto?

Von 250 auf 90 Polizisten

Zwar spricht die Polizei von sinkenden Zahlen bei alkoholisierten Autofahrern, die erwischt werden. Doch, so David Maaß, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), es würden auch immer weniger Autos kontrolliert. Dem SR sagte Maaß, um die Jahrtausendwende hätten die zentralen Verkehrsdienste, die unter anderem so genannte Standkontrollen durchführten, noch um die 250 Kolleginnen und Kollegen gehabt. Dieser Bestand sei in den vergangenen zehn bis 15 Jahren auf 90 Mitarbeiter zusammengeschrumpft. „Das bedeute, dass immer weniger Polizisten diese Verkehrskontrollen durchführen“, so Maaß.

Video [aktueller bericht, 11.07.2018, Länge: 2:57 Min.]
Polizeigewerkschaft bemängelt Personaleinsparung

Mehr Personal gefordert

Damit werde das „Hellfeld“ immer kleiner, das heißt, es würden immer weniger Personen auffällig. Signifikant sei, dass die Verfahren, an die Bußgeldstellen geschickt werden, um ein Drittel abgenommen hätten. Fakt sei: „Je schwerer der Verkehrsunfall verläuft, desto öfter sind Geschwindigkeit oder Rauschmittelkonsum die Ursache.“ Um künftig angemessen kontrollieren zu können, brauche man mehr Personal. „Das ist der Schlüssel für jegliche Polizeiarbeit“, betont Maaß.     

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.07.2018 berichet.

Artikel mit anderen teilen