Flüchtlinge aus dem Lager Moria, Griechenland (Foto: picture alliance/Angelos Tzortzinis/dpa)

Saar-Politiker fordern Aufnahme von Flüchtlingen

  10.09.2020 | 08:04 Uhr

Die Grünen und die Jusos im Saarland fordern nach dem Großbrand im griechischen Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos von der Landesregierung die Aufnahme von Flüchtlingen. Ein Großteil des Flüchtlingslagers ist bei dem Feuer in der Nacht auf Mittwoch zerstört worden.

Kinder und weitere besonders Schutzbedürftige müssten nun schnell rausgeholt werden, fordert Grünen-Landeschef Markus Tressel. "Es ist auch das Versagen der EU und auch der deutschen Bundesregierung, dass dort Tausende Menschen, unter ihnen viele Kinder, weitgehend recht- und perspektivlos im Dreck leben müssen, schutzlos etlichen Bedrohungen ausgeliefert", kritisiert Tressel. Um auf eine gesamteuropäische Lösung zu warten, sei bereits seit langem keine Zeit mehr. Auch das Saarland müsse seiner humanitären Verantwortung gerecht werden.

Der St. Wendeler Bundestagsabgeordnete Christian Petry (SPD) plädiert im Deutschlandfunk dafür, Deutschland solle notfalls alle 13.000 Bewohner Morias aufnehmen.

Platz in Saarbrücken

Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) solle die Aufnahme aus humanitären Gründen anordnen und sich dann bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für dessen Zustimmung einsetzen.

Saarbrückens Bürgermeisterin und Generalsekretärin der Saar-Grünen, Barbara Meyer-Gluche, bezeichnet die Situation in Moria als Schande. Es gebe genügend Platz in Europa, Deutschland und dem Saarland, um Menschen Schutz zu gewähren.

"Auch in Saarbrücken, das dem Städtebündnis sicherer Häfen angehört, haben wir Möglichkeiten der Aufnahme", betont Meyer-Gluche. Nach wie vor verstecke sich das Saarland hier hinter Zuständigkeiten und wolle kein eigenes Landesaufnahmeprogramm schaffen, kritisiert sie.

Jusos unterstützen Forderung

Ähnlich äußern sich die saarländischen Jusos. "Der Bundesinnenminister muss nun endlich den Weg frei machen, dass Städte wie Saarbrücken, die zum sicheren Hafen erklärt wurden, Menschen aufnehmen können", fordert die Landesvorsitzende Kira Braun. Die Zustände in Moria seien nicht erst seit dem Coronavirus und dem Brand menschenunwürdig.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 09.09.2020 berichtet.

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