Vorgespräch im Prozess gegen Ex-LSVS-Präsident Klaus Meiser (Foto: SR)

Urteil im LSVS-Prozess erwartet

Thomas Gerber/Onlinefassung: Axel Burmeister   07.03.2019 | 07:01 Uhr

Im Prozess gegen Ex-Präsident Klaus Meiser und die beiden ehemaligen LSVS-Präsidiumsmitglieder Franz Josef Schumann und Karin Nonnweiler wird heute das Urteil erwartet. Die Prozessbeteiligten hatten sich am ersten Prozesstag vergangene Woche auf einen „Deal“ geeinigt.

Demnach soll der Hauptangeklagte Klaus Meiser zwei Jahre auf Bewährung erhalten plus 60.000 Euro als Geldstrafe sowie 60.000 Euro als Wiedergutmachung an den LSVS für den angerichteten Schaden zahlen. Geldstrafen von maximal 120 Tagessätzen sollen die beiden Mitangeklagten Schumann und Nonnweiler erhalten. Im Gegenzug legten alle drei Geständnisse ab. Wobei diese bislang nicht sonderlich überzeugend wirkten, insbesondere das von Schumann.

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LSVS-Aufarbeitung kostet 1,3 Millionen Euro
Die Aufarbeitung des Finanzskandals beim Landessportverband LSVS verschlingt für Gutachter, Sachverständige und Berater insgesamt vermutlich rund 1,3 Millionen Euro öffentliches Geld. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Jochen Flackus hervor.

Der Jurist und Ex-Landrat erklärte am ersten Prozesstag zunächst, dass er mit der Verurteilung wegen Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit der Geburtstagsfete von Innenminister Bouillon Probleme habe, stimmte dem Deal dann aber dennoch zu. Vor allem für Meiser ist das Urteil mit knapp zwei Jahren hart. Er würde damit seine Pensionsansprüche verlieren.

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Meisers Rückzahlung an den Landtag "rein präventiv"
Verteidiger Guido Britz hat bestätigt, dass Ex-LSVS- und Landtags-Präsident Klaus Meiser 4.600 Euro an den Landtag zurückgezahlt hat. Britz sagte dem SR, dass es sich dabei keineswegs um ein Schuldeingeständnis Meisers handele.

Der Deal erspart dem Gericht eine monatelange Beweisaufnahme mit letztlich ungewissem Ausgang und zahlreichen teils prominenten Zeugen auch aus der Politik. Weder CDU-Minister Klaus Bouillon, noch der SPD-Abgeordnete Roth noch Landtagsdirektor Zeyer müssen nun mitten im Kommunal- und Europawahlkampf vor Gericht erscheinen. 

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Die Finanzaffäre beim LSVS
Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember 2017 dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wir zeichnen die bisherige Entwicklung nach.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 07.03.2019 berichtet.

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