Oskar Lafontaine (Foto: SR)

Veränderungsbedarf bei der Linken

Thomas Gerber   20.07.2018 | 16:55 Uhr

Der Ton im parteiinternen Flügelstreit bei den Saar-Linken wird immer rauer. Jetzt hat sich der Gründer der Linken, Fraktionschef Oskar Lafontaine, in den Streit eingeschaltet.

Nach den Rücktritten der drei Vorstandsmitglieder Heinz Bierbaum, Leo Stefan Schmitt und Elmar Seiwert hatte der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze deren Rücktritte zunächst begrüßt. Die drei Pensionäre hätten sich den Ruhestand verdient. Im Gegenzug hatte Bierbaum Lutze der Lüge bezichtigt.

Viele hatten auf die Intervention des Linken Übervaters in der Partei, Oskar Lafontaine, gewartet. Gilt Lafontaine doch als einziger, der in der Lage sein könnte, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Lafontaine lehnte eine Interviewanfrage zwar ab, schriftlich, per Pressemitteilung nimmt er nun aber eindeutig Stellung: Er bedauere die Auseinandersetzungen im Landesvorstand, versichert seinem Wahlvolk aber, dass die Landtagsfraktion und er ihre Arbeit weiter machen würden. Satzungsmäßig jedoch sieht Lafontaine erheblichen Veränderungsbedarf.

Kommentar
Das Erdbeben bei den Linken
Bei den Linken im Saarland hängt der Haussegen mehr als schief: Vergangene Woche sind gleich drei namhafte Landesvorstandsmitglieder zurückgetreten. Elmar Seiwert, Leo Stefan Schmitt und Heinz Bierbaum haben entnervt aufgegeben. Steht die Linke im Saarland vor dem Aus? Die Meinung von SR-Reporter Thomas Gerber.

Kein Mandat durch Manipulation

Bundestags- und Lantagskandidaten dürften in Zukunft nicht mehr auf Mitgliederversammlungen gewählt werden. Denn das öffne dem Betrug Tür und Tor. Mitglieder würden mitabstimmen, die später nicht mehr gesehen würden. Die Wähler aber hätten einen Anspruch auf ein faires Verfahren. Niemand dürfe durch Manipulationen, die gegen das Parteiengesetz verstoßen, ein Mandat erlangen - eine klare Breitseite gegen den Genossen Lutze, dem genau solche Manipulationen vorgeworfen werden.

Zuletzt hatte dies Landesgeschäftsführer Schmitt in seinem Rücktrittsschreiben mehr als angedeutet. Ein Schreiben, das zwischenzeitlich bei der Staatsanwaltschaft gelandet ist. Sie prüft, die Ermittlungen in Sachen Wahlbetrug wieder aufzunehmen.

Artikel mit anderen teilen