Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (Foto: dpa/Ralf Hirschberger)

Gedenktag für die Opfer des Holocaust

  27.01.2019 | 21:34 Uhr

Weltweit wurde am Sonntag der Opfer des Holocausts gedacht. Aus diesem Anlass kam der saarländische Landtag am Vormittag zu einer Gedenkstunde zusammen. Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) sagte, Erinnerungskultur sei aktueller denn je.

Da es immer weniger noch lebende Zeitzeugen gebe, so Toscani, müssten junge Menschen motiviert werden, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung, Roland Rixecker, sagte dem SR, der Gedenktag sei auch wichtig, um auf schleichende politische Entwicklungen aufmerksam zu machen - zum Beispiel von Antisemitismus. Die Gedenkveranstaltung im Landtag wurde von Schülerinnen und Schülern - unter anderem mit kleinen Hörspielen - gestaltet.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 27.01.2019, Länge: 4:02 Min.]
Landtag: Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungen lebendig halten

Die Gedenkrede hielt Professor Günter Morsch. Der gebürtige Saarländer ist für die Gedenkstätten in Brandenburg, darunter auch das Konzentrationslager Sachsenhausen, verantwortlich gewesen. In seiner Rede forderte Morsch, historische und politische Bildung müssten zum Beispiel für Staatsdiener Pflicht werden. Außerdem forderte er zu einer lebendingen Erinnerungskultur über nationale Grenzen hinweg auf. Ohne die deutsche Erinnerungskultur, so Morsch, hätten die europäischen Länder einer Wiedervereinigung Deutschlands wahrscheinlich nicht zugestimmt. Deshalb seien solche Gedenktage wichtig.

Neuer Ansatz in der Erinnerungskultur
Impulse für den Holocaust-Gedenktag
Der 27. Januar ist Holocaust-Gedenktag in Deutschland. Jedes Jahr gedenkt auch das Saarland der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Veranstaltung im Landtag. An diesem Sonntag ist Professor Günter Morsch Gastredner im Plenum. Wie kaum ein anderer in Deutschland steht der gebürtige Saarländer für die Bedeutung von Gedenkstätten in der Erinnerungsarbeit. Thomas Bimesdörfer mit einem Portrait.

Historische Erfahrungen nutzen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach sich anlässlich des Gedenktages für ein Umdenken in der Aufarbeitung der jüngeren deutschen Vergangenheit aus. Die Erinnerungskultur in Deutschland bröckele, sie stehe "unter Druck von extremen Rechten", warnte Maas in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Nach Ansicht des SPD-Politikers sind neue Ansätze nötig, um historische Erfahrungen für die Gegenwart zu nutzen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zum Gedenktag. Dieser Tag, so Merkel, erinnere daran, was Rassenwahn, Hass und Menschenfeindlichkeit anrichten könnten.

Weltweit wurde am Sonntag der Opfer des Holocausts gedacht. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz befreit.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 27.01.2019 berichtet.

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