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LSVS: Verdacht der Untreue bei Stellenfinanzierung

Thomas Gerber   01.08.2019 | 15:57 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen frühere Präsidiumsmitglieder des Landessportverbands eingeleitet. Wie die Behörde dem SR bestätigte, geht es dabei um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Finanzierung einer Mitarbeiterstelle beim Sportwissenschaftlichen Institut von Professor Eike Emrich.

Neues LSVS-Ermittlungsverfahren
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 01.08.2019, Länge: 03:15 Min.]
Neues LSVS-Ermittlungsverfahren

Weitere Einzelheiten wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Nach SR-Informationen geht es um 55.000 Euro jährlich, die seit 2005 vom Sportverband an die Uni fließen. Mit der zusätzlichen Mitarbeiterstelle wurde damals der renommierte Sportwissenschaftler Emrich von der Uni Frankfurt ins Saarland gelockt.

LSVS-Konsolidierungsberater Michael Blank war der ungewöhnliche Geldtransfer aufgefallen. Er erstattete vor vier Wochen Strafanzeige. Darin stellt er die Frage, ob die „Übernahme von Personalkosten an einem Lehrstuhl durch die LSVS-Satzung gedeckt“ sei.

Emrich als Zeuge geladen

Sollte dies verneint werden, liege der Untreueverdacht auf der Hand. Auf SR-Anfrage wies Emrich jedweden Mauschelei-Vorwurf zurück. Die Finanzierung der Mitarbeiterstelle sei sehr wohl von der LSVS-Satzung gedeckt und habe dem Sport im Saarland gedient. Für das Geld habe der LSVS erhebliche Gegenleistungen bekommen - zahlreiche Studien unter anderem zu den Themen Doping, Ehrenamt und Sportstättenbedarf. Emrich wollte sich auf SR-Anfrage zunächst nicht am Mikrofon äußern. Er sei für Freitag von der Staatsanwaltschaft als Zeuge geladen und wolle dort zunächst seine Aussage machen 

Deals im Hauptverfahren möglich

Im Hauptverfahren gegen die Ex-Präsidiumsmitglieder ist die Staatsanwaltschaft nach SR-Informationen unterdessen bereit, die Verfahren jeweils gegen Geldauflagen einzustellen. Allerdings wollen nicht alle diesen Deal mitmachen. Mehrere 10.000 Euro würden jeweils fällig - der SPD-Landtagsabgeordnete Eugen Roth würde seine 50.000 zahlen, Ex-CDU Landrat Schumann wohl eher nicht. Kommen die Deals nicht zustande könnte es weitere Anklagen geben.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 01.08.2019 berichtet.

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