Ein Arzt untersucht eine Patientin (Foto: SR)

Mit Genossenschaften gegen Ärztemangel auf dem Land

  08.01.2019 | 16:32 Uhr

Die ärztliche Versorgung auf dem Land wird zu einem immer größeren Problem. Im rheinland-pfälzischen Bitburg haben sich jetzt Ärzte zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um wieder mehr Ärzte aufs Land zu bringen. Wäre das auch ein Modell für das Saarland? Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) meint: Ja.

Ärztegenossenschaften könnten eine Möglichkeit sein, mehr Ärzte für den Dienst im ländlichen Raum zu gewinnen. Das sagte der stellvertretende KV-Landesvorsitzende Joachim Meiser im SR-Interview. Genossenschaften stellen Mediziner an und ermöglichen ihnen flexible Arbeitszeiten. Das Modell würde jungen Ärztinnen und Ärzten entgegenkommen, die nicht bereit sind, das finanzielle Risiko einer Praxisübernahme einzugehen und auch nicht teilweise rund um die Uhr für diese Praxis arbeiten wollen.

Ärzte könnten zwar jetzt schon in Teilzeit arbeiten, die Genossenschaft sei aber eine weitere Möglichkeit so Meiser. „Es müssen sich Interessenten finden, die eine solche Genossenschaft gründen und dann entsprechende Arbeitsplätze anbieten.“

04.01.2019
Pläne für Landarztquote konkretisieren sich
Die Pläne für eine Landarztquote für das Medizinstudium im Saarland konkretisieren sich. Noch in diesem Monat will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) eine Prognose über den Ärztebedarf in 15 Jahren dem Gesundheitsministerium vorlegen.

Zusätzliche Förderprogramme

Allerdings gebe es noch weitere Möglichkeiten, dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen - etwa durch Förderprogramme. Auf diesem Weg habe sich zum Beispiel in den vergangenen vier bis fünf Jahren die Zahl der Weiterbildungsassistenten – also der kommenden Fachärzte – fast verdoppelt. Zudem sei es wichtig, Anreize und Arbeitsbedingungen zu schaffen, „die heutigen Maßstäben gerecht werden, statt regulatorisch einzugreifen“, so Meiser.  

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Mittag vom 08.01.2019 berichtet.

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