Symbolbild: Software-Update eines Dieselfahrzeugs (Foto: dpa)

Jost fordert Lösungsangebote im Diesel-Streit

  28.12.2018 | 17:28 Uhr

Im Streit um Hardware-Nachrüstungen bei älteren Dieselautos hat der saarländische Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) den Volkswagen-Konzern scharf kritisiert. VW versuche mit seiner Haltung, die Diesel-Besitzer zu verunsichern.

VW hatte vor einem höheren Verbrauch nach einer Umrüstung und negativen Folgen bei der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge gewarnt. Dazu sagte Jost, "dass ... ein Autokonzern, der zunächst die Verbraucherinnen und Verbraucher hinters Licht geführt hat, sich jetzt auch noch jeder Lösung des Problems, das er mitverursacht hat, in den Weg stellt, setzt dem Ganzen die Krone auf“. Das Ziel, das der VW-Vorstand mit dieser Haltung verfolge, sei wohl klar, betonte der Minister: „Diesel-Besitzer sollen verunsichert und davon abgehalten werden, ihre Autos auf Kosten der Unternehmen nachrüsten zu lassen.“

Er erwarte von der Bundesregierung, „dass sie nicht klein bei gibt, sondern mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für die Nachrüstungen der Diesel-Fahrzeuge sorgt“. Autobauer stünden in der Pflicht, tatkräftig an Lösungsangeboten zu arbeiten. „Das haben sie bisher leider nicht getan“, so Jost.

Interview: Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Verkehrswissenschaftler
"Es ist drei Jahre zu spät und es ist eine halbe Lösung"

Garantiepflicht auf Zulieferer abgewälzt

Im SR äußerte sich am Freitag auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zum Diesel-Skandal. Die Politik hätte die Autobauer schon vor drei Jahren zur Hardware-Nachrüstung verpflichten müssen, sagte Dudenhöffer, Verkehrswissenschaftler und Ökonom von der Uni Duisburg-Essen. Die Garantiepflicht und eventuelle Probleme würden nun auf die Zulieferer abgewälzt. "Die Autobauer halten sich nach wie vor von den Nachrüstungen fern, geben keine Garantie", sagte Dudenhöffer.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 28.12.2018 berichtet.

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