Neue Halberg Guss, Produktionsstätte (Foto: Imago/Becker&Bredel)

Zukunftstarifvertrag bei Halberg Guss gekündigt

Karin Mayer   26.04.2018 | 17:11 Uhr

Die Lage bei Neue Halberg Guss spitzt sich weiter zu. Die IG Metall und der Betriebsrat haben den Zukunftstarifvertrag gekündigt. Dadurch steigen die Lohnkosten für den Automobilzulieferer. Die Prevent-Gruppe kritisiert die Kündigung.

Neue Halberg Guss: Lage spitzt sich zu
Audio [SR 3, (c) SR/ Karin Meyer, 26.04.2018, Länge: 03:00 Min.]
Neue Halberg Guss: Lage spitzt sich zu

Für die Beschäftigten von Neue Halberg Guss gilt jetzt wieder die 35 Stunden Woche. Weihnachts- und Urlaubsgeld muss wieder zu 100 Prozent bezahlt werden. Die Botschaft an das Unternehmen ist: Bisher haben die Beschäftigten auch auf Teile des Entgelts verzichtet, um den Standort zu sichern. Der Besitzer Prevent und der Hauptkunde VW erreichen mit ihrem Streit genau das Gegenteil.

Es geht die Angst um

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Geier sagte dem SR, bei Neue Halberg Guss gehe die Angst um den Arbeitsplatz um. Die Belegschaft habe das nicht verdient. Patrick Selzer von der IG Metall Saarbrücken sagte, zudem habe das Unternehmen sich nicht an die Vereinbarungen gehalten. Das Unternehmen habe beispielsweise geplant, Arbeiten ohne Einbindung des Betriebsrates auszulagern. Vertraglich zugesicherte Zahlungen an die Mitarbeiter seien nicht geleistet worden. Unter diesen Voraussetzungen sei die Belegschaft nicht mehr bereit, auf Teile des Entgelts zu verzichten. Selzer forderte eine nachhaltige Perspektive für die Beschäftigten von Neuen Halberg Guss.

Video [aktueller bericht, 26.04.2018, Länge: 3:07 Min.]
IG Metall kündigt Zukunftstarifvertrag

Die Prevent-Gruppe kritisiert die Kündigung des Zukunftstarifvertrages bei Neue Halberg Guss. Wie das Unternehmen mitteilt, komme der Schritt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Ein Sprecher sagte dem SR, damit gefährdeten die IG Metall und der Betriebsrats das gesamte Unternehmen. Den Mitarbeitern erwiesen sie damit einen Bärendienst. Das Vermittlungsangebot von Wirtschaftsministerin Rehlinger begrüßt die Prevent-Gruppe und zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit.

Nach SR-Informationen hat die Prevent seit den Lieferverzögerungen in der vergangenen Woche die Preise für den Kunden VW drastisch erhöht. Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat angeboten, im Streit zwischen VW und Prevent zu vermitteln. Die Prevent Gruppe hatte zuvor andere Automobilzulieferer von VW aufgekauft und durch Lieferstopps Druck auf den Autohersteller ausgeübt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 26.04.2018 berichtet.

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