Ein Passwort wird auf einem Laptop über eine Tastatur eingegeben. (Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa)

Nach Hacker-Attacke: Kritik an Behörde

  05.01.2019 | 12:35 Uhr

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist nach eigenen Angaben bereits länger über den Hacker-Angriff auf zahlreiche Politiker und Künstler informiert. Das sorgt nun für Kritik, da diese Informationen offenbar nicht an andere Behörden weitergeben wurden.

Hackerkonsequenzen
Audio [SR 3, (c) Magnus Neuschwander, 05.01.2019, Länge: 00:36 Min.]
Hackerkonsequenzen

Man habe schon sehr frühzeitig im Dezember auch mit einzelnen betroffenenen Abgeordneten gesprochen, sagte Präsident Arne Schönbohm bei Phoenix. Es seien auch Gegenmaßnahmen eingeleitet worden. Weil die Informationen über den Datendiebstahl aber offenbar nicht an andere Behörden weitergegeben wurden, gerät das BSI in die Kritik.

"Völlig inakzeptabel"

So erfuhr das Bundeskriminalamt (BKA) nach eigener Darstellung erst in der Nacht zu Freitag von dem Fall. "Das Bundesamt muss seine Vorgehensweise darlegen und kritisch überprüfen", forderte FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin. Man müsse sich über die Informationspolitik der Behörde wundern. Auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch reagierte empört: "Angesichts der Dimension dieses Datenklaus ist die Nichtinformation von Partei- und Fraktionsvorsitzenden durch die Behörden völlig inakzeptabel", sagte er.

Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass ein Unbekannter über ein Twitter-Konto im Dezember massenweise persönliche Daten veröffentlicht hat, darunter Handynummern und private Chat-Protokolle. Hunderte Politiker im Bund, in den Ländern und in den Kommunen sind betroffen, unter anderen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sowie die frühere saarländische Ministerpräsidentin und neue CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Daten wurden auch von Außenminister Heiko Maas (SPD) sowie weiteren saarländischen Bundestagsabgeordneten und Landespolitikern veröffentlicht.

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Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 5.1.2019 berichtet.

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