Reduktion der Treibhausgase (Foto: Oliver Berg-dpa/Bildfunk)

Saar-Wirtschaft wegen EU-Klimaschutzzielen in Sorge

  12.10.2020 | 15:16 Uhr

Die EU-Kommission hat die Klimaschutzpläne bis Ende 2030 konkretisiert. IG Metall und Arbeitskammer befürchten Probleme bei der Umsetzung und einen möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen.

Nach der Verschärfung der Klimaschutzziele durch die EU-Kommission warnen die IG Metall und die Arbeitskammer des Saarlandes vor möglichen Folgen für Beschäftigte. Ohne Fördermittel des Bundes und der Europäischen Union könnten saarländische Unternehmen die notwendigen Innovationen nicht anstoßen, so Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes.

Die IG Metall fürchtet den Wegfall von Arbeitsplätzen im Saarland, vor allem in Branchen, die bereits durch die Corona-Pandemie geschwächt seien wie die Auto- und Stahlindustrie.

55 Prozent weniger Treibhausgase

Laut dem Klimaschutzplan der EU soll der Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Bislang lag das Klimaziel bei 40 Prozent Reduktion im selben Zeitraum.

Die Erhöhung der Klimaziele um 15 Prozentpunkte stellt Unternehmen, die schon mit Prozessoptimierungen begonnen hätten, laut IG Metall vor große Herausforderungen.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger plädierte für eine lösungsorientierte Umsetzung der Klimaschutzziele: "Klimaschutzziele sind richtig und wir müssen alles dafür tun, sie auch zu erreichen. Deshalb sollten die Beschlüsse über Ziele nicht vollkommen losgelöst werden von der Frage, wie man diese Ziele auch erreichen kann." Man müsse mit massiven Investitionen dafür sorgen, dass ein Strukturwandel gelinge, so Rehlinger. Aus saarländischer Sicht seien die Antworten der Bundesregierung und der EU nicht ausreichend.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja