Polizeianwärter bei der Vereidigung (Foto: SR)

Polizeigewerkschaften gegen Pläne der Jungen Union

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Burmeister   30.03.2019 | 08:31 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat davor gewarnt, bei der Saar-Polizei den mittleren Dienst wiedereinzuführen. Der Landesvorstand der Jungen Union stellte am Samstag beim Saarlandtag der JU einen entsprechenden Antrag, um dem Bewerberrückgang bei der Polizei entgegenzuwirken. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) präsentiert einen Alternativvorschlag.

GdP-Landeschef David Maas sagte dem SR, der CDU-Nachwuchs versuche offenbar die "Polizei zu verkaufen". Die Pläne zur Wiedereinführung des mittleren Dienstes seien respektlos gegenüber den Kollegen.

Video [aktueller bericht am Samstag, 30.03.2019, Länge: 3:21 Min.]
Saarlandtag der Jungen Union in Dillingen

Bundesweit hätten die Länder den mittleren Dienst in der Vergangenheit sukzessive abgeschafft und Anwärter nur noch im gehobenen Dienst eingestellt. Dies entspreche auch der großen Verantwortung, die der Polizeiberuf mit sich bringe. Statt wie von der Jungen Union geplant 65 Anwärter im mittleren Dienst einzustellen, sollte die Zahl der Kommissaranwärter für den gehobenen Dienst von derzeit rund 120 auf 160 aufgestockt werden.

Beruf attraktiver machen

Der JU-Landesvorsitzende Alex Zeyer wies die Vorwürfe der GdP zurück. Dem SR sagte er, es gehe insbesondere darum, die Präsenz der Polizei in der Fläche zu stärken. Mit der Wiedereinführung des mittleren Dienstes könnten dann auch Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss wieder in den Polizeidienst aufgenommen werden. Insgesamt müsse der Polizeiberuf wieder attraktiver werden, da die Bewerberzahlen derzeit stark rückläufig seien.

Deutsche Polizeigewerkschaft will Berufsfachschule Polizei

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält nichts von den Plänen der JU. Sie präsentiert einen Alternativplan, um die Bewerberzahlen bei der Polizei wieder zu erhöhen: Neben der Einführung von zwei Einstellungsterminen sowie der Möglichkeit, sich ganzjährig bei der Polizei bewerben zu können, solle das Saarland nach dem Vorbild Rheinland-Pfalz eine Berufsschule Polizei einführen. Dort könnten Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss ein Fachabitur ablegen, mit dem sie automatisch in den Polizeidienst gelangen und das ihnen ein Studium an der Fachhochschule für Verwaltung ermöglicht.

Derzeit werden Kommissaranwärter in die Besoldungsgruppe A-9 eingestellt. Würden sie nur noch im mittleren Dienst aufgenommen, läge ihr Anfangsgehalt zwei Stufen niedriger in der A-7. Nach Berechnungen der GdP macht dies einen Unterschied von circa 255 Euro brutto pro Monat aus.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 29.03.2019 berichtet.

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