Wahlkampfveranstaltung von Le Pen in Arcis-sur-Aube in Grand Est (Foto: dpa)

"Grand Est" - die Hochburg der Nationalisten

  24.04.2017 | 16:26 Uhr

Frankreich hat gewählt und sich landesweit für den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron ausgesprochen. Ganz anders sieht das Wahlergebnis allerdings in der Groß-Region „Grand Est“ aus, die sich einmal mehr als Hochburg der Rechtspopulisten und Anti-Europäer offenbarte.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während der liberale und parteilose Emmanuel Macron (23,86 Prozent) frankreichweit mehr als zwei Prozentpunkte vor seiner Kontrahentin Marine Le Pen (21,43 Prozent) liegt, kommt die Rechtspopulistin des Front National in der Groß-Region "Grand Est" - bestehend aus Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne - auf knapp 28 Prozent und liegt damit deutlich vor Macron (21 Prozent).

Bis zu 42 Prozent für Le Pen

Besonders deutlich ist das Wahlergebnis zum Teil entlang der saarländisch-französischen Grenze. Dort gibt es Gemeinden, die doppelt so viele Stimmen auf die Rechtspopulistin Le Pen vereinten als im Bundesdurchschnitt (21,4 Prozent). So haben in Petite-Roselle, einem Nachbarort von Großrosseln, knapp 42 Prozent der Einwohner den Front National gewählt. Auch in Morsbach kam Le Pen auf 40 Prozent der Stimmen, in Freyming-Merlebach auf 38, in Schöneck, das an Gersweiler und Saarbrücken grenzt, auf 37 Prozent.

Metz behauptet sich gegen Rechtspopulisten

Weniger stark, aber immernoch deutlich über dem landesweiten Ergebnis, schnitt Le Pen, die im Falle eines Wahlsieges über einen Verbleib in der EU abstimmen lassen will, in Forbach (29 Prozent), Spicheren (28 Prozent), Alsting (31 Prozent), Großblittersdorf (27 Prozent) und Saargemünd (28 Prozent) ab.

In der 115.000-Einwohner-Stadt Metz konnte sich unterdessen Macron mit knapp 27 Prozent durchsetzen. Dort wählten lediglich 18 Prozent der Bürger Le Pen. Auch in Thionville liegt Macron mit 26 Prozent deutlich vor seiner rechtspopulistischen Widersacherin (18 Prozent).

Macron im Saarland klarer Sieger

Die im Saarland lebenden Franzosen votierten mehrheitlich für Macron. Das französische Generalkonsulat in Frankfurt und die Botschaft in Berlin teilten mit, dass auf den sozialliberalen Kandidat 720 Stimmen entfielen. Das entspricht 54 Prozent aller Wähler im Saarland. Für Le Pen stimmten sieben Prozent der Franzosen im Saarland. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 41 Prozent.

Die Entscheidung um die Präsidentschaft Frankreichs fällt am 7. Mai. Dann kommt es zur Stichwahl zwischen Macron und Le Pen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.04.2017 berichtet.

Artikel mit anderen teilen