Verschiedene Formen von Ecstasy-Tabletten (Foto: dpa/Roland Scheidemann)

Suchthilfe soll besser verzahnt werden

  16.01.2019 | 16:39 Uhr

Die Zahl der Drogentoten im Saarland steigt von Jahr zur Jahr. Trotz eines guten Angebots für Suchtabhängige sieht der Drogenbeauftragte Stephan Kolling Nachholbedarf. Dabei gehe es vor allem um Aufklärung über Amphetamine, die in immer neuen Formen auf den Markt kämen.

Das Saarland will seine Suchthilfe den neuen Trends in der Drogenszene anpassen. Grundlage für die Weiterentwicklung der Suchthilfe sollen zwei am Mittwoch in Saarbrücken vorgestellte Studien sein, die sich mit dem Suchthilfeangebot im Saarland beschäftigt haben. Danach gebe es hier schon ein starkes und differenziertes Hilfsangebot für Suchtabhängige. Wichtig sei es jedoch, dieses für die Drogensüchtigen passend zu machen.

Suchthilfe Saar - Mehr Kooperation der Anbieter gefordert
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 16.01.2019, Länge: 03:11 Min.]
Suchthilfe Saar - Mehr Kooperation der Anbieter gefordert

Großen Nachholbedarf sieht Kolling etwa bei der Aufklärung über Amphetamine. Dazu gehören laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unter anderem Speed, Crystal, Glass sowie Ecstasy - synthetisch hergestellte Substanzen.

Amphetamine können teilweise auch in Medikamenten enthalten sein. Sie gehören zu den illegal als Suchtmittel verwendeten Stoffen und haben je nach chemischer Struktur eine aufputschende und/oder halluzinogene Wirkung. Sie können vor allem zur psychischen Abhängigkeit führen.

Kolling verwies darauf, dass die mit 29 relativ hohe Zahl der Drogentoten 2017 die Landesregierung aufgeschreckt habe. Laut Statistik waren es 2015 noch 19 Drogentote im Saarland.

Mehr Mittel für die Suchthilfe

Die Experten fordern eine stärkere Vernetzung zwischen der Suchthilfe und mehr Unterstützung bei der Lösung finanzieller Probleme der Betroffenen - auch in Hinblick auf deren Wohn- und Arbeitssituation. Zudem müssten die Kinder von Drogenabhängigen sowie süchtige Frauen stärker in den Fokus genommen werden. Für eine bessere Versorgung sollte nach Meinung der Experten das Droghenhilfezentrum in Saarbrücken erweitert werden. Kolling kündigte an, dass das Land in diesem und kommenden Jahr mehr Mittel für die Drogenhilfe bereitstellen werde.

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Nachmittag vom 16.01.2019 berichtet.

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