eine Grundschullehrerin bringt Kindern das Rechnen bei (Foto: dpa)

Commerçon kündigt Entlastung für Lehrer an

  01.08.2018 | 15:19 Uhr

Kommende Woche startet im Saarland das neue Schuljahr. Erneut steigt die Zahl der Schüler an den Allgemeinbildenden Schulen, vor allem an den Grund- und Gemeinschaftsschulen. Allein an den Grundschulen gibt es im kommenden Schuljahr rund 300 Schüler mehr. Künftig sollen Lehrer mehr fachliche Unterstützung bekommen.

Sommergespräch: "Wir haben da immer noch Nachholbedarf"
Audio [SR 3, Uwe Jäger, 01.08.2018, Länge: 02:35 Min.]
Sommergespräch: "Wir haben da immer noch Nachholbedarf"

Die Gründe für die Zunahme an Schülern sind mehr Geburten und die Zuwanderung. Außerdem absolvieren immer mehr Schüler höhere Bildungsabschlüsse und bleiben deshalb länger an den Schulen. An den Gymnasien ist die Zahl der Schüler ganz leicht gesunken. An den Beruflichen Schulen geht die Zahl der Schüler stärker zurück als noch vor einigen Jahren erwartet.

Zwölf Prozent mehr an Ganztagsschulen

Der Abbau der Lehrerstellen bleibt weiterhin ausgesetzt. Vor allem an den Grundschulen wird es zum neuen Schuljahr mehr Lehrer geben. Doch das reicht noch nicht, sagt Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD), da es dort genauso wie an den Förderschulen weiterhin einen Lehrermangel gibt. Commerçon fordert daher auch zukünftig mehr Lehrer.Mehr als 7000 Schüler besuchen im neuen Schuljahr eine echte Ganztagsschule. Das ist eine Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 31 echte Ganztagsschulen gibt es inzwischen im Saarland. Darunter ist allerdings weiterhin kein Gymnasium. 

Im Sommergespräch kündigte der Bildungsminister an, die Lehrer künftig mehr zu entlasten. Dafür sollen Psychologen, Erzieher oder Schulsozialarbeiter eingesetzt werden. Für diese sogenannten multiprofessionellen Teams soll es künftig Geld vom Land geben. Derzeit sind 18 Schulen in einem Pilotprojekt. Ihre Erfahrungen sollen dann allen anderen zugutekommen.

Video [aktueller bericht, 01.08.2018, Länge: 3:35 Min.]
Sommergespräch mit Bildungsminister Ulrich Commerçon

Eltern fordern mehr Personal

Die Landeselterninitiative für Bildung sieht das von Bildungsminister Ulrich Commerçon eingeleitete System von Qualitätsverbesserungen und Entwicklungsunterstützung für Schulen "als richtigen Kurs". Dieser könne allerdings von den Schulen nur mit mehr Personal gehalten werden. "Für qualitative Schul- und Unterrichtsentwicklung, für die dafür notwendige Beratung und Fortbildung und für die Bewältigung der zugenommenen Herausforderungen bei noch dazu steigenden Schülerzahlen" brauchten die Schulen mehr Fachpersonal. Die Landesregierung müsse bis 2020 insgesamt 400 Lehrerstellen mehr einplanen und den Trägern die notwendigen Mittel für Schulsozialarbeit bereitstellen.

Video [aktueller bericht, 01.08.2018, Länge: 3:46 Min.]
Interview mit Lisa Brausch, Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

Artikel mit anderen teilen