Ein Behindertenparkplatz Schild (Foto: imago/Manngold)

Parkausweis auch für Merkzeichen "G"

  04.07.2019 | 16:21 Uhr

Im Saarland dürfen künftig mehr Menschen auf einem Behindertenparkplatz parken. Das Sozial- und das Verkehrsministerium haben Parkerleichterungen auf den Weg gebracht. Künftig reicht das Merkzeichen "G" im Parkausweis. Es gelten aber weitere Voraussetzungen.

Ab August können auch Menschen, die das Merkzeichen "G" im Behindertenausweis tragen, einen befristeten blauen Parkausweis beantragen. Bisher konnten das nur Personen mit Merkzeichen "aG". Die neuen Antragssteller müssen allerdings weitere Voraussetzungen erfüllen. So müssen sie zum Beispiel einen Behinderungsgrad 80 allein für Funktionsstörungen der Beine oder Wirbelsäule haben.

Drei Prozent Behindertenparkplätze in Saarbrücken

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat haben die Entscheidung grundsätzlich begrüßt. Allerdings nutze diese Regelung wenig, wenn es an ausreichend Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung mangele. So gebe es in der Landeshauptstadt etwa 550 dieser sogenannten Parkerleichterungen, was gerade einmal drei Prozent aller Parkplätze im öffentlichen Raum entspreche.

Zudem schlug der Grünen-Politiker Thomas Brass vor, im Internet eine interaktive Karte einzurichten. Diese solle auch über Länge und Breite der Stellflächen informieren. Von einem solchen digitalen Verzeichnis würden insbesondere ortsunkundige Bürger profitieren.

Verbindliche Vereinbarung gefordert

Der Sozialverband VdK Saarland bezeichnete die beabsichtigte Lösung als unzureichend. So seien kurzfristige Parkerleichterungen für Menschen mit akuter Gehbehinderung, beispielsweise nach schweren Operationen, wie sie der Sozialverband VdK Saarland seit Jahren fordert, nicht vorgesehen. Zudem drängt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang auf eine verbindliche Vereinbarung zwischen Land und Landkreisen sowie Regionalverband, damit die Regelung saarlandweit auch wirklich umgesetzt werde.

Interview mit Behindertenbeauftragten Fuhrmann
"Nicht genügend Parkangebot da"

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.07.2019 berichtet. 

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