Schild: „Zentrale Ausländerbehörde Landesaufnahmestelle“ (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

60 Jahre Caritas in der Landesaufnahmestelle

Martin Brinkmann / Onlinefassung: Kasia Hummel   21.09.2019 | 20:01 Uhr

Als das Saarland 1958 der Bundesrepublik beitrat, musste es sich verpflichten, sich an der Aufnahme von Vertriebenen aus Osteuropa zu beteiligen und eine entsprechende Einrichtung zur Erstaufnahmestelle einzurichten. Das tat es dann auch: In Lebach. Von Anfang an beauftragte das Land die Caritas damit, sich um die Kinder der Zuwanderer zu kümmern. Am Samstag feierte die Caritas ihr 60-jähriges Jubiläum vor Ort mit einem Kinderfest.

Mal sind es mehr, mal weniger Migranten, die im Saarland ein besseres Leben suchen. Aktuell ist die Landesaufnahmestelle in Lebach mit 1160 Personen voll belegt, darunter rund 250 Kinder. Die Caritas kümmert sich um sie - um die jüngeren in einem Kinderhort und einer Kindertagesstätte. Das besondere an diesen beiden Einrichtungen sei, dass hälftig Flüchtlingskinder und Einheimische gemeinsam betreut würden, erklärt Helmut Selzer, Geschäftsführer der Caritas Lebach. "So beginnt Integration direkt am ersten Tag."

Video [aktueller bericht am Samstag, 21.09.2019, Länge: 2:25 Min.]
Jubiläum der Caritas in Lebach

"Viele Herausforderungen"

60 hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich um die Migranten bei der Caritas. In Krisenzeiten ist die Arbeit wegen des großen Andrangs und der vielfach traumatisierten Kinder besonders schwer – aber oft auch besonders interessant. "Wir hatten immer wieder Hoch und Tiefs hier in der Betreuung", so Selzer. 2015/16 seien hier rund 4500 Menschen gewesen.

"Das war wohl die Herausforderung in den letzten Jahren. Aber auch die DDR-Übersiedler nach Öffnung der Grenzen, denen wir fast rund um die Uhr eine Betreuung angeboten haben." Kosovo-Flüchtlinge, Bosnienkrieg – das seien immer wieder Herausforderungen gewesen, die aber auch sehr gerne angenommen worden seien. Das sei ein besonderer Alltag gewesen.

Ein Drittel der aktuell in der Aufnahmestelle lebenden Menschen kommt aus Syrien. Die wenigsten werden noch auf Kommunen verteilt, weil ihr Status ihnen keine Bleibeperspektive eröffnet. Sie müssen für den Asylantrag in das Land zurück, in dem sie die EU betreten haben.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 21.09.2019 berichtet.

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