Baustellen an der Uni-Saar (Foto: SR)

Fast eine halbe Milliarde Euro für Bauprojekte im Saarland

mit Informationen von Steffani Balle   07.02.2020 | 16:46 Uhr

In den kommenden acht Jahren will das Bauministerium für rund 430 Millionen Euro bauen. Einer der Investitionsschwerpunkte liegt auf den Hochschulstandorten in Saarbrücken und Homburg.

Mehr als 200 Baumaßnahmen hat das saarländische Bauministerium derzeit in der Pipeline: Noch in diesem Jahr sollen nach Auskunft des saarländischen Bauministeriums am Campus der medizinischen Fakultät in Homburg unter anderem das Hörsaal-, Seminar- und Bibliotheksgebäude für etwa 17 Millionen Euro fertiggestellt werden. Im Frühjahr sollen zudem die Rohbauarbeiten für den Neubau des Präklinischen Zentrums für molekulare Signalverarbeitung (PZMS) beginnen, das für mehr als 50 Millionen Euro als wichtiger Forschungsbau entstehen wird. Außerdem ist eine Sanierung des Anatomie-Gebäudes geplant.

Video [aktueller bericht, 07.02.2020, Länge: 3:00 Min.]
Projekte des Bauministeriums im Saarland

Gegen Ende des Jahres soll am Campus Saarbrücken das neue Praktikumsgebäude für die Pharmazie an die Universität des Saarlandes übergeben werden. Die Kosten für den Neubau betragen 18 Millionen Euro. An dem alten bisherigen Standort wird das Zentrum für Biophysik entstehen.

Lebacher Anker-Zentrum im Fokus

Baumaßnahmen in Höhe von 430 Millionen Euro geplant
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger / Steffani Balle, 07.02.2020, Länge: 03:20 Min.]
Baumaßnahmen in Höhe von 430 Millionen Euro geplant

Eine der wichtigsten Investitionen ist im Anker-Zentrum Lebach geplant: Hier sollen die alten Wohngebäude durch Neubauten ersetzt werden, die dann jeweils über ein Bad pro Wohneinheit verfügen. Gemeinschaftsduschen und -toiletten sollen der Vergangenheit angehören. Auch ein Kinderhort soll auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle gebaut werden. "Diese baulichen Maßnahmen verbessern die Sicherheit im Anker-Zentrum, insgesamt werden wir dafür über 18 Millionen Euro in knapp fünf Jahren investieren", kündigte Bauminister Klaus Bouillon (CDU) an.

Am Donnerstag musste Bouillon im Justizausschuss zu den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen im Anker-Zentrum in Lebach Stellung beziehen. Er wehrte sich gegen die Kritik, im Anker-Zentrum sei der Schutz von Frauen und Kindern nicht gewährleistet.

Investitionen in Polizei- und Finanzbauten

Zu weiteren Projekten des Landes zählen neben der Groß-Polizeiinspektion in Saarbrücken auch die Polizeiinspektion in Kirkel und die Neubauten zur Ansiedlung des neuen CISPA/Helmholtz-Zentrums am Campus in Saarbrücken. Eine Vielzahl an Projekten sei darüber hinaus in sogenannten konzeptionellen Vorstufen, erklärte der Minister. Dies betreffe unter anderem die Weiterentwicklung des htw-Standortes in Alt-Saarbrücken. Diskussionsbedarf gibt es nach wie vor bei den denkmalgeschützten Großbauten Pingusson-Bau, Finanzamt und Finanzministerium in Saarbrücken. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Saarbrücker Finanzamt Am Stadtgraben möglicherweise nicht mehr wirtschaftlich sanierbar ist. 

Bouillon beklagte den anhaltenden Mangel an Fachpersonal. Schon seit Monaten suche er Ingenieure und Architekten, die helfen könnten, die geplanten Baumaßnahmen im Land schneller zu realisieren. Allein, der Markt sei leergefegt, sagte Bouillon.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.02.2020 berichtet.

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