Patienten stehen in der Notaufnahme eines Krankenhauses Schlange. (Foto: dpa)

Welche Krankenhäuser gefördert werden

  11.12.2019 | 15:53 Uhr

Seit 2018 fördert die Landesregierung die saarländischen Krankenhäuser nicht mehr mit pauschalen Zuwendungen. Stattdessen wird jeder Einzelfall geprüft. Welche Investitionen im ersten Schritt gefördert werden, hat das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekanntgegeben.

Zwölf Projekte unterstützt das Land an ingesamt sieben Kliniken. Kostenpunkt: 33,4 Millionen Euro. So sollen im Saarbrücker Caritas-Klinikum, auf dem Winterberg und im DRK-Krankenhaus unter anderem die Notaufnahmen neu- oder umgebaut werden. Auf dem Sonnenberg wird es einen Neubau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sich derzeit in Kleinblittersdorf befindet, geben. In St. Ingbert wird die Geriatrie ausgebaut. Auch die zentrale Patientenaufnahme im Knappschaftskrankenhaus Püttlingen und Brandschutzmaßnahmen am Diakonie-Klinikum Neunkirchen werden gefördert.

Video [aktueller bericht, 11.12.2019, Länge: 3:31 Min.]
Investitionsplan für saarländische Krankenhäuser

Geld reicht nicht aus

Insgesamt sollen in den kommenden sechs Jahren 308 Millionen Euro investiert werden. Viel Geld, aber immer noch zu wenig. Denn die Krankenhaussträger hatten Anträge mit einem Gesamtvolumen von knapp 480 Millionen Euro gestellt. Und der tatsächliche Sanierungsstau ist nach Angaben der Krankenhausgesellschaft noch höher. "Alle Krankenhäsuer sind darauf angewiesen, dass sie eine Investitionsförderung vom Land erhalten. Es bedeutet für diese Häuser, dass sie dringend notwendige Maßnahmen jetzt in diesem Jahr nicht mehr finanziert bekommen und sie hoffen müssen, im nächsten Jahr vielleicht dann zu den Gewinnern zu gehören. Aber es ist eine dramatische Situation, im Grunde ist es ein klassischer Fall von Staatsversagen", sagte Thomas Jakobs, Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft.

Kliniken im Saarland bekommen mehr Geld
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 11.12.2019, Länge: 00:58 Min.]
Kliniken im Saarland bekommen mehr Geld

Für die vier Krankenhäusern im Nordsaarland ist bisher kein Geld vorgesehen. Ob das mit einer Investorensuche für eine Nordsaarlandklinik zusammenhängt, hat Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Mittwoch offengelassen.

Vor gut anderthalb Jahren wurde der sogenannte Krankenhausplan beschlossen. Ziel war, in den Kliniken im Saarland Doppelstrukturen abzuschaffen und die Häuser wirtschaftlicher zu machen.

Über dieses Thema berichtete auch die SR 3 Rundschau am 11.12.2019.

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