Ampullen mit dem Corona Impfstoff von Biontech, AstraZeneca und Moderna  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Matthias Bein)

Über 300.000 Saarländer haben erste Impfung

  03.05.2021 | 17:01 Uhr

Am vergangenen Wochenende hat das Saarland bei den Corona-Erstimpfungen die Marke von 300.000 überschritten. Inzwischen haben 31,4 Prozent der Saarländer ihre erste Impfdosis erhalten – ein bundesweiter Spitzenwert. Allerdings befürchten Hausärzte, dass die Impfkampagne ins Stocken geraten könnte.

Insgesamt haben nach RKI-Angaben bis einschließlich Sonntag 309.836 Saarländerinnen und Saarländer ihre erste Corona-Impfung erhalten. 87.188 Personen (8,8 Prozent) sind bereits vollständig geimpft.

Impfstoffknappheit befürchtet

Der Impffortschritt könnte nun aber ins Stocken geraten: Der Saarländische Hausärzteverband befürchtet, dass die für die kommende Woche angekündigten Impfstofflieferungen nicht ausreichen. Denn dann stehen bei Personen, die vor fünf Wochen mit Biontech erstgeimpft wurden, die Zweitimpfungen an.

Die Lieferung der Zweitdosen wird aber auf die Gesamtliefermenge angerechnet. Das führe dazu, so der Verband, dass nur noch wenig Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung stehe.

Kritik von Hausärzten

Auch in den zusätzlichen mehr als 15.000 Dosen von AstraZeneca-Impfstoff sehen die Hausärzte da keine Hilfe. Seit vergangener Woche steht fest, dass Vaxzevria, wie der Impfstoff von AstraZeneca inzwischen heißt, nicht mehr in die saarländischen Impfzentren, sondern ausschließlich zu den Arztpraxen geliefert wird. Auch Vaxzevria, das noch in den Zentren vorliegt, soll in die Praxen gehen.

Der Hausärzteverband sah darin aber ein großes Problem. Denn Personen, die jünger als 60 Jahre sind, sollen nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden. Für eine generelle Impfung von unter 60-Jährigen ist Vaxzevria nach der STIKO-Empfehlung nicht mehr zugelassen.

Haftungsfrage inzwischen geklärt

Der Verband hatte kritisiert, dass dadurch bei Jüngeren die Haftungsfrage nicht geklärt sei. Inzwischen hat das Saarland jedoch angekündigt, dass das Land die Haftung für Impfschäden übernimmt.

Voraussetzung sind eine umfassende Impf-Aufklärung und der Wille des Impflings. Wird die Impfung dann ordnungsgemäß durchgeführt und es treten Komplikationen auf, haftet das Land auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes.

Bei den über 60-Jährigen sind im Saarland bereits 61,2 Prozent einmal geimpft (152.805 Personen), 21,6 Prozent haben auch schon die zweite Dosis erhalten (61.934).

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