Handwerker sind am Mittwoch (10.03.99), einen Tag nach dem Sprengstoffanschlag auf die umstrittene Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken, damit beschäftigt, die duch die Explosion zerborstenen Fenster und Türen zu ersetzen. (Foto: dpa/Werner Baum)

Wehrmachtsausstellung: Anschlag bleibt ungeklärt

Axel Wagner   09.03.2019 | 08:30 Uhr

Auf Tour war sie schon seit vier Jahren, doch erst in Saarbrücken geschah es: Vor 20 Jahren, am 9. März 1999, wurde die Wehrmachtsausstellung Ziel eines Sprengstoffanschlages. Die Täter sind bis heute unbekannt.

Zusammengestellt hatte die Schau das Hamburger Institut für Sozialforschung. Das Thema: die Verbrechen der Wehrmacht von 1941 bis 1944. Schon im Vorfeld war es in Saarbrücken zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Gegner der Ausstellung hatten öffentlich demonstriert, und die CDU Saarbrücken schaltete eine Zeitungsanzeige, in der es hieß: „Wir lassen unsere Väter von diesen Ausstellungsmachern und ihren Hilfstruppen nicht unwidersprochen als Verbrecher und Mörder diffamieren – und mit ihnen die vielen Toten, die sich nicht mehr wehren können.“

NSU-Verbindung nicht nachgewiesen

Wer den Sprengstoffanschlag verübt hat, ist bis heute ein Rätsel. Zwar gab es 2011, als das Terrornetzwerk Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) öffentlich bekannt wurde, sofort Hinweise, dass Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe auch für den Saarbrücker Anschlag verantwortlich sein könnten. Ein Journalist wollte nach der Explosion zwei Männer und eine Frau beobachtet haben, die ihm verdächtig erschienen. Nachweisen konnten die Ermittler dem Trio aus Jena die Saarbrücker Tat jedoch nicht. Auch sonst gibt es nach Angaben des Landespolizeipräsidiums keine neuen Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat das Verfahren im Juli 2013 eingestellt.

Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken

Über dieses Thema hat auch der SAARTEXT am 09.03.2019 berichtet.

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